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The spirit of an old power

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The spirit of an old power

Beitrag  Awfully Toxic am So Aug 30, 2009 7:34 pm

Titel: The Spirit of an old power
Autor: Saphira
Teil der Serie: Nachdem Sam in der 2.Staffel gestorben ist
Complete/Incomplete: Incomplete

Pairings: (das weiß ich noch nicht genau)
Rating (FSK):12
Genre:mystery
Warning: -

Summary (kurzer Auszug zum reinschnuppern):
Nachdem Sam gestorben ist, wacht er in einer Paralellwelt auf, einer Insel, auf der Menschen mit magischen Fähigkeiten leben. Zeitgleich kämpft Destiny in London um ihr Leben, doch sie wird dank einer erstmals als unglücklich erscheinenden Lage gerettet und ebenfalls auf diese Insel gebracht.

Disclaimer (Uheberrecht):
Mit dieser Geschichte verdiene ich kein Geld. Der character Sam gehört Eric Kripke bzw. The Cw.
Alle neuerfundenen Charactere und Orte sind Copyright von Saphira.
------------------------------------------------------


Prolog

Und jetzt, am Ende aller Dinge, kamen in mir die Fragen auf, wie es wohl mit ihm und mir weitergegangen wäre.

Ob er mich wohl mit all meinen kleineren und größeren Fehlern genauso sehr geliebt hätte, wie ich ihn.
Ich wusste es nicht. Auf diese Fragen gab es einfach keine Antwort.

Mir wurde klar, auch wenn man dem Tod trotzen könnte und ein unsterbliches Leben vor sich hatte, die Vergangenheit konnte man nicht ändern. Egal wie sehr man es sich wünschte.


Dinge konnten nicht ungeschehen gemacht werden.
Worte nicht wieder zurückgenommen werden.
Fatale Fehler können nicht wieder gut gemacht werden.
Verpasste Chancen nicht mehr genutzt werden.

Und Tote konnten nicht wieder belebt werden.



Damit musste ich mich abfinden. Ob ich wollte oder nicht.


Zuletzt von Saphira am Di Sep 01, 2009 10:38 am bearbeitet; insgesamt 2-mal bearbeitet

Awfully Toxic
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Re: The spirit of an old power

Beitrag  Emily am So Aug 30, 2009 7:44 pm

Weiter schreiben...lesen wollen, lesen wollen.

Hört sich echt super interessant an, bin gespannt.
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Re: The spirit of an old power

Beitrag  Awfully Toxic am Mo Aug 31, 2009 10:27 am

Das erste Kapitel ist aus Destinys Sicht erzählt.
----------------

Sick and Tired

Unruhig wälzte ich mich von einer Seite meines harten Bettes zur anderen. Schon seit zwei Tagen, die mir allerdings wie eine halbe Ewigkeit vorkamen, lag ich hier. Gut konnte ich mich noch daran erinnern, wie ich meiner Mutter beim ausräumen der Koffer geholfen hab- wir waren zwei Wochen im Urlaub auf Yucatan gewesen- als ich plötzlich von einem starken Schwindelgefühl gepackt wurde.


Nach meinem Zusammenbruch ließ meine Mutter einen Arzt kommen um mich zu untersuchen. Diagnose: Malaria. Und nun lag ich hier: Im Queen Mary’s Hospital in der Stadt London.
Nur noch im Unterbewusstsein registrierte ich die leisen Schritte im Flur, die mal mehr mal weniger schnell an meiner Tür vorbeiliefen. Ich konnte nur noch an meine schmerzenden Glieder und an das Fieber denken, wie es langsam immer stärker wurden.


Eine fremde, aber doch sanfte Hand griff mir behutsam an die Schulter. Mühsam öffnete ich meine Augen, ich musste eingedöst sein. Ein Junge, etwa in meinen Alter stand vor meinem Bett und hielt mir eine Schüssel mit Suppe, in die der Löffel schon zu zwei drittel versunken war, entgegen. Angewidert schloss ich meine schweren Augenlider wieder. Von der Suppe hatte ich schon bei meiner gestrigen Ankunft kosten dürfen.
Eklig, nicht mehr warm, klumpig, versalzen, einfach ungenießbar. So einen Fraß hatte ich nicht einmal in der Schulkantine zu essen bekommen, und die Kantinenkost war nicht nur bei den Schülern sondern auch bei den Lehrern verschrien.
„Ilona, was machst du hier?“, fragte mich der Junge leise, fast etwas verwirrt. „Ich habe dich überall gesucht!“ Ich antwortete nicht, dafür war meine Zunge einfach zu schwer. Teilnahmelos stierte ich an die Decke.
Schweigend verharrte der Junge noch neben meinem Bett, dann hörte ich seine schlurfenden Schritte und das schließen der Zimmertür. Ich war wieder allein.
Ich versuchte ein wenig zu dösen um wieder zu Kräften zu kommen, doch mein dröhnender Kopf und die nach Desinfektionsmittel stinkende Luft hielt mich von meinem Schlaf ab.

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Re: The spirit of an old power

Beitrag  Awfully Toxic am Mo Aug 31, 2009 10:39 am

Das 2. Kapitel ist ebenfalls aus Destinys Sicht erzählt.
---------------

„Aufhören!“, stöhnte ich. Unsanft schüttelte mich jemand ohne Unterlass aus dem Schlaf.
Wahrscheinlich eine männliche Person, der Hand und dem Griff nach zu urteilen. Ein leiser Schrei entfuhr mir, als die Person mich leitfüßig aus dem Bett hievte und über die Schulter legte. „Stell dich tot!“, obwohl die Stimme sanft war, klang sie doch etwas einschüchternd, sodass ich es nicht wagte meinen Mund auch nur zum atmen einen Spalt weit zu öffnen.

Zielstrebig setzte sich mein „Entführer“ in Bewegung. Nach wenigen Schritten stoppte er schon, dann hörte ich das quietschende Geräusch einer hölzernen Tür auf der in fetten Lettern das Wort „Privat“ stand. Ich wünschte mir sehnlichst, dass mich der Junge auf direkten Weg nach Hause brachte, zu meiner Familie, zu meinen Freunden. Mit schnellen, leisen Schritten bewegte er sich durch den Raum hinter der Tür, der wie ein Büro aussah. So viele Bücher, die ich wahrscheinlich niemals in meinem Leben alle lesen könnte, standen geordnet in den Regalen.

Wieder versuchte er leise eine weitere Tür zu öffnen, doch ein Geräusch war nicht zu vermeiden. An diesen Türscharnieren fehlte eindeutig die Schmiere. Eisige Luft ließ mich frösteln, als er mit mir nach draußen trat. Wie ein Dieb schlich er mit mir auf der Schulter über den menschenleeren Parkplatz.
Wo wollte er mit mir hin? Langsam bekam ich es mit der Angst zu tun. Was wenn es ein Verbrecher war, der sich mit mir vergnügen wollte? Aber doch nicht mit mir, hoffte ich im Stillen. So etwas konnte mir nicht passieren. Wusste er etwa nicht, dass ich an Malaria erkrankt war? Als er in einen leichteren Laufschritt verfiel, musste ich mit jedem Mal, wenn sich seine muskulöse Schulter in meinen Bauch drückte, aufstöhnen. Er schien es nicht zu hören oder es ließ ihn einfach kalt. Ich verfluchte im Stillen die dunklen Wolken, die nun schneller und immer länger den Mond verdeckten, sodass ich fast gar nichts mehr sehen konnte.
Seltsam, der Junge, hatte offensichtlich keine Probleme sich im Dunkeln zu orientieren oder er kannte den Weg.
Ich wurde aus meinen Gedanken gerissen, als er abrupt stehen blieb. Im faden Mondlicht erkannte ich ein heruntergekommenes Gebäude, das sich noch auf dem Gelände des Krankenhauses befand, aber von dem Haupteingang weit entfernt.

Am Quietschen der Scharniere zu urteilen, war die Tür auch länger nicht mehr geölt worden. Nachdem wir im Inneren des Gebäudes, wahrscheinlich einer Abstellkammer- waren, legte er mich sanft auf ein schlecht gepolstertes Sofa nieder. Bisher hatte meine Entführung nur einen positiven Aspekt- Ich hatte mein Fieber und meine Gliederschmerzen in die unterste Schublade meiner Gedankengänge vergraben.
„Hab keine Angst, Ilona, alles wird gut. Ich werde dich von deinem Leiden erlösen. Bleib einfach ruhig und beweg dich nicht“, versprach er mir. Als ich seine Stimme hörte, war ich mir sicher, dass ich die Stimme heute schon einmal gehört habe. Doch natürlich konnte das Fieber mir auch einen Streich gespielt haben.
Als er etwas kaltes, feuchtes an meine Kehle legte, versuchte ich dieses Ding schlagend von mir fern zu halten. Dies musste wohl eher wie eine hilflose Handbewegung ausgesehen haben, denn mein Körper war nach dieser nächtlichen Aufregung nur noch schwächer geworden.
„Bleib ganz ruhig, ich möchte dich doch nur säubern, bevor ich anfange!“, beruhigte mich mein Entführer. „Du müsstest dich mal riechen!“
„Lass mich in Ruhe!“, meine Stimme brach weg. So große Angst jagte er mir ein. Mir war klar, mit was er jetzt beginnen wollte. Ich spürte, wie sich meine Muskeln zur Wehr anspannten, doch wenn es zu einem solchen Gefecht kommen würde, wäre meine Chance zu gewinne, erschreckend niedrig.
Nach der Säuberungsprozedur stand er auf und verschwand im Dunkeln des Raumes. Erschöpft blieb ich liegen. Ich war zu schwach um Hals über Kopf zu fliehen.

„Hier, Ilona, drink!“, forderte er mich auf. Ich wandte angewidert meinen Kopf ab. Allerdings war er stärker als ich. Er packte mich am Hinterkopf und schob mir den Becherrand gegen meinen Willen zwischen die Zähne. Als er auch nur mit diesem in der Luft gewedelt hatte, war mir sofort klar gewesen, dass dieses Getränk nicht hasenrein war. Und ich sollte Recht behalten. Der säuerliche Geschmack rann mir meine ausgetrocknete Kehle hinunter und hinterließ ein säuerlich brennendes Gefühl.
„Ilona, habe keine Angst, ich werde dich nur kurz etwas ärgern müssen, dann geht es dir so gut, wie in deinem Ganzen leben noch nicht.“ Es folgte eine kleine Pause, in der nur mein aufgeregtes Atem holen in der Stille zu hören war.
Langsam, dann immer schneller setzte die Wirkung des Ruhigstellers ein. Ich wurde schläfrig, hatte keine Kontrolle mehr über meinen Körper. Nun war ich schutzlos meinem Peiniger ausgeliefert.
„Du wirst fast nichts spüren und wenn du aufwachst, kehren wir nach Hause zurück!“; versprach er mir mit festlichem Klang. Mehr schlafend als wach spürte ich, wie sich kalte Lippen zu mir herabbeugten.
Mit einer kurzen, schnellen Bewegung versenkte der Junge seine Zähne in meiner Kehle. Vor Schmerz schrie ich laut auf. War er nun ganz verrückt geworden?, war das letzte, was ich denken konnte. Dann schwanden mir die Sinne und ich fiel in eine abgrundtiefe Dunkelheit, die alles zu verschlingen drohte.

Ich wusste nicht, wie lange ich bewusstlos war, als ich plötzlich von einer eisigen Kälte durchzogen wurde. Wie Nadeln, die sich schmerzhaft in meine Eingeweide bohrten, dachte ich. Fühlen konnte ich nur noch den Schmerz. Mühsam versuchte ich meine Augenlider zu öffnen um meinem Peiniger wenigstens ein letztes Mal ins Gesicht zu schauen, bevor ich nun endgültig starb. Vergeblich, sie ließen sich nicht öffnen. Wahrscheinlich waren sie in der Kälte zugefroren. Doch da, langsam, fast unmerklich verschwand der Schmerz. Dann ließ auch die Antarktiskälte nach. Endlich ließen sich auch meine Augen wieder öffnen.

„Ilona, es musst sein. Verzeih mir die Schmerz und all das Leid. Ich wollte dich nur nicht verlieren!“, mein Peiniger war zu meinem Erstaunen immer noch da und versuchte anscheinend gerade sein schlechtes Gewissen zu beruhigen. Ich wand mich zu ihm hin.
Erst jetzt bemerkte ich, dass ein diffuses Licht die Kammer spärlich erleuchtete. Im Dämmerlicht konnte ich einen Junge von etwa 18 Jahren neben mir auf einem altersschwachen Stuhl angespannt hocken sehen. So weit ich im Licht erkennen konnte, hatte er schulterlanges blondes Haar, welches er zu einem Pferdeschwanz auf den Rücken gebunden trug.

„Was hast du mit mir gemacht, du Scheusal? Da war so plötzlich diese besitzergreifende Kälte und dieser grauenvolle Schmerz.“, überfiel ich ihn mit meinen Fragen.
„Ilona, es tut mir Leid. Es musste sein. Sonst wärst du gestorben“, gerade begann er sich zu wiederholen.
„Ilona? Hast du mich gerade Ilona genannt? Das muss eine Verwechslung sein.“, da war ich mir todsicher.
„Ich…, Ich heiße Destiny!“

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Re: The spirit of an old power

Beitrag  Emily am Mo Aug 31, 2009 1:52 pm

Die Story hört sich interessant an. ich hoffe, das Du sie bald weiterschreibst, ich bin mächtig gespannt, wie es weiter geht.
Einige kleine Kritikpunkte hätte ich aber. Du hast minimale Rechtschreibfehler und es sind zu viele Absätze vorhanden.

Aber wie gesagt, sie ist gut geschrieben und immer schön weiterschreiben.
Ich freu mich... laola
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Re: The spirit of an old power

Beitrag  Awfully Toxic am Di Sep 01, 2009 10:52 am

Das Dritte Kapitel handelt von Sam.
Und danke Emily, für Die Kritik sowie die postiven Anmerkungen. danke
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„Chantal, glaubst du, dass der Junge wieder auf die Beine kommen wird?“
„Henry, du weißt, ich hab mein bestes gegeben!“
„Ich weiß…Chantal… Ich weiß!“

Sam nahm die beiden Stimmen nur dumpf im Unterbewusstsein wahr.
Bilde ich sie mir etwa ein? Ist das hier etwa das Paradies, in dem es angeblich kein Schmerz mehr geben soll? Wenn ja, warum brennt mein Rücken dann wie Feuer? Und wo ist mein Bruder? Gerade hatte mich Dean in den Armen gehalten. Deans verzweifelter Appell, dass ich durchhalten soll, hallte noch immer in meinem Kopf nach. Aber warum sollte ich überhaupt durchhalten? Ich konnte mich nur bruchstückweiße an die vergangenen Stunden erinnern. Was war mit mir geschehen? Und wer sind die fremden Leute um mich herum?

„Henry, er kommt langsam zu sich!“ Da war sie wieder, die weibliche Stimme, die Jessicas Stimme so ähnlich war.
Schwerfällig öffnete er die Augen um sie eine Sekunde später wieder zu schließen: Das grelle Licht um ihn herum war einfach überall, es blendete ihn.

„Junge, kannst du mich hören?“, diesmal sprach die männliche Person. Als Sams Augen sich an die Helligkeit gewöhnt hatten blickte er in das Gesicht einer jungen Frau, die neben seinem Bett stand: Sie hatte blonde, lockige Haare, hohe Wangenknochen und leicht sonnengebräunte Haut. Gleichzeitig bemerkte Sam eine Kette im Surferlook, die um ihren Hals baumelte. Hinter ihr stand ein Mann mittleren Alters, dessen pechschwarze Haare in alle Himmelsrichtungen abstanden.

„Wie fühlst du dich?“, fragte die Frau, während sie ihm sanft eine Haarsträne aus dem Gesicht strich.
„Naja, es geht so“, nuschelte Sam, weil seine Zunge sich noch ziemlich träge anfühlte.
„Tut dir dein Rücken noch stark weh?“ Da Sam der Frau keine weiteren Umstände machen wollte, verneinte er ihre Frage.
„Wenn es dir später wieder schlechter gehen sollte, gebe ich dir gerne noch eine Schmerztablette.“
„Das müssen Sie nicht. Sie haben schon viel zu viel für mich getan. Ich weiß gar nicht, wie ich mich erkenntlich erweißen könnte.“
„Junge, das musst du nicht, du bist schließlich lebensbedrohlich verletzt worden, da werd ich dich doch nicht einfach in der Wildnis deinem Schicksal ausliefern!“, meinte die Frau mit gespielter Empörung. „Ich heiße übrigens Chantal. Und das…“, sie deutete mit ihrem Finger auf den Mann, der noch immer hinter ihr stand, „… ist mein Mann Henry!“
Dieser nicke freundlich.
„Ich bin Sam!“ Die beiden nahmen es mit einem Lächeln zur Kenntnis.
„Könnt ihr mir sagen, wo ich bin?“
„Natürlich… Herzlich willkommen in Sepulcretum!“, begrüßte Henry ihn herzlich.
„Sepulcretum?“ fragte er verwundert, weil er von diesem Namen noch nie gehört hatte.
„Wie komm ich hierher. Ich meine, eben noch…!“
Chantal unterbrach seinen Redefluss: „Sam, Sepulcretum ist eine Insel im Nirgendwo. Man könnte auch sagen, eine Welt zwischen dem Diesseits und dem Jenseits. Hierher kommen nur Menschen nach ihrem Tod hin, die besondere Fähigkeiten haben.“
„Ich bin tot?“, fragte Sam entgeistert.
Chantal nickte bedrückt, bevor sie ihm sagte, was mit ihm passiert war:
„Jemand hat mit einem Messer dein Rückenmark durchtrennt… Du hast ziemlich viel Blut verloren. Aber ich hab die Wunde bereits versorgt und wenn sie sich nicht entzündet, hast du gute Chancen auf eine rasche Genesung.“
Geschockt blickte Sam sie an: „Wie bitte? Wie kann es sein, wenn ich tot bin, dass ich hier noch herumsitze?
„Das liegt an meinen Fähigkeiten. Ich kann Tote zurück ins Leben rufen.“
„Jeden bestimmten?“
„Nein Sam, so einfach ist das nicht. Ich muss mich immer an gesetzlich geregelte Vorschriften halten und muss bei jeder Widerbelebung genausten überlegen, ob die Fähigkeiten des Einzelnen für diese Insel von Nutzem sind.“
Sam verstand nicht besonders viel von dem wirren Gerede, deshalb fragte er, ob er nicht einfach wieder nach Hause zurückkehren darf.
„Du kannst nicht wieder zurück!“, meinte Chantal mitfühlend.
„Und warum nicht?“ Sam verdankte ihnen zwar sein Leben, aber er wollte auch nicht als Gefangener auf dieser Insel bis an sein Lebensende zusammen mit lauter Freaks leben.
„Wir haben dich zurückgeholt, weil wir deine Fähigkeiten- Gegenstände zu bewegen, und Zukunftsvisionen anhand von Alpträumen- unentbehrlich schätzen!“
„Ich kann unmöglich hier bleiben. Mein Bruder braucht mich dringend. Wir stehen mitten im Krieg. Ich muss sofort zurück… Bitte.“
„Sam, versteh doch, wir können dich nicht gehen lassen. Und außerdem bist du noch nicht vollständig genesen.“ Er wusste ganz genau, dass Chantal ihm an dieser Stelle etwas sehr wichtiges verschwieg.

„Mit einem Seufzen fügte Henry hinzu: „Sam, etwas böses ist am Werk. Der Sturm wird bald losbrechen.“

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Re: The spirit of an old power

Beitrag  Awfully Toxic am Di Sep 01, 2009 11:06 am

Das 4. Kapitel ist wieder aus Destinys Sicht
----------------------

Ungläubig blickte er mich an. In seinen Augen spiegelte sich so viel Traurigkeit und Schmerz wieder.
Er war so verletzlich. Hart die Schale, weich der Kern. Dieser Satz traf genau auf ihn zu.
Seine äußere Fassade spiegelte einen makellosen, zufriedenen Menschen wieder. Doch tief im Inneren lag sein wahres Ich, umgeben von einer soliden Mauer um ihn vor weitern Verletzungen zu bewahren. Was war ihm widerfahren? War ich, Destiny vielleicht seine letzte Rettung.
„Das kann nicht sein. Ilona, du bist ein bisschen durcheinander, dass ist völlig normal nach einer Verwandlung.“ Es klang als wollte er nicht mich beruhigen, sondern viel mehr sich selbst.
„Ich bin überhaupt nicht verwirrt, der einzige der hier auf der Leitung steht, bist du! Ich verlange eine sofortige Erklärung, was du mit mir gemacht hast, verstanden?“, brüllte ich ihm sehr, sehr wütend ins Gesicht. Er schwieg. Natürlich wollte ich ihn nicht absichtlich verletzten, doch genau das hatte ich gerade erreicht. War vielleicht doch ein Körnen Wahrheit an meiner Theorie zu seinen tief verborgenen Problemen?
„Was-hast-du-mit-mir-gemacht!“, diesmal beherrschte ich mich ihn noch lauter anzubrüllen.
Er schaute verwirrt auf und betrachtete mich eine Weile ganz genau. Er musterte mich besser gesagt wie ein Stück Rind auf dem Markt. Seine bohrenden Blicke, die vom Kopf hinunter zu meinen Füßen und wieder zurück wanderten, begannen langsam richtig peinlich zu werden. Da ich heute Nacht von ihm keine Antwort mehr zu erwarten hatte, war ich auf dem Sprung den Raum endgültig zu verlassen. Da anscheinend diese Kälte während meiner Bewusstlosigkeit mich kuriert hatte, fühlte ich mich wie neugeboren, kräftiger als je zu vor und strotzte vor Tatendrang. Auch bestand nun auch keine Ansteckungsgefahr für meine Familie mehr zu der ich jetzt augenblicklich wieder zurückkehren würde. Ich konnte mir ihre erstaunten Blicke schon jetzt ausmalen, wenn sie mich sehen würden.

„Oh mein Gott, was habe ich gemacht!“, verzweifelt sprang er auf. So heftig, dass der dünne, staubige Boden unter seinen Füßen vibrierte. Eine ganze Staubwolke stieg gemächlich zur Decke empor und tauchte den Raum in einen unangenehm, in Hals und Nase beißenden Nebel, ein. Mit einem Satz, der nur noch mehr Staub aufwirbelte, war er bei mir und hielt mich fest. „Destiny, ich werde dir helfen. Es tut mir so schrecklich Leid.“ Er blickte mir tief in die Augen. In seinen Augen spiegelte sich Schmerz, Unsicherheit und Verzweiflung wieder. Er tat mir aufrichtig Leid.
„Redest du wieder mit mir?“, eigentlich wollte ich ihn nur ein wenig necken, doch meine Worte klangen zorniger als ursprünglich geplant.
„Destiny, es tut mir Leid. Durch meine Schuld bist du ein Vampir geworden!“
Unwillkürlich musste ich lachen. So abenteuerlich hatte ich mir seine Antwort nicht einmal in meinen kühnsten Träumen auszumalen gewagt. Vampire gibt es nicht. Da würde ich sogar meinen Kopf drauf verwetten. Doch tief in meinem Inneren nieste sich bohrender Zweifel ein. Wie war denn sonst meine urplötzliche Heilung zu erklären? Wo kamen diese unbeschreibliche Kälte, der verheerende Schmerz und nun diese mir völlig neuen Kräfte her? Fragen, auf die ich keine Antwort wusste, hatten mir noch nie meine Ruhe gelassen. Hatte er mir vielleicht dock keinen Bären aufgebunden? Mein gesunder Menschenverstand und mein nagender Zweifel lieferten sich eine knadenlose Schlacht. Wollte ich Antworten haben, so musste ich dem Jungen, dessen Name er mir immer noch nicht genannt hatte, vertrauen. Aber was wäre, wenn er mich nur zum Narren hielt?
„Du bist verrückt. Geh nach Hause und erzähl deine Horrorgeschichte einem anderen, leichtgläubigerem Menschen als mir.“ Meine Hand wanderte zielstrebig zur Türschlinke. „Destiny, warte. Du kannst nicht einfach so hier herausspazieren, du bist nun ein Teil dieser Horrorgeschichte!“
„Und ob ich das kann!“, entgegnete ich spitz. Zum Beweiß öffnete ich die Tür einen winzigen Spalt weit, doch zu meinem Erstaunen war die hereinströmende Luft angenehm warm, nicht so eisig, wie bei meinem Hinweg. Als sein besorgter Blick meinen traf, konnte ich sein endlich sein Gesicht einordnen. Mit genau dem gleichen besorgten Blich hatte er mir am Abend im Hospital das Essen serviert.

„Wie heißt du eigentlich? Meinen Namen kennst du ja bereits!“
„Namen sind Schall und Rauch!“
„Und gleich sagst du, dass Namen nur etwas für den Grabstein sind, hab ich recht?
„Du kennst Bond?“
„Ja, und du ließt Goethes „Faust“?
Nach diesem Schlagabtausch wusste keiner so genau, was er sagen sollte.

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Re: The spirit of an old power

Beitrag  Emily am Di Sep 01, 2009 7:52 pm

Das Du im 3. Kapitel "Der Sturm bricht los I", ein Teil davon mit einbezogen hast, finde ich super.
Es hört sich gut an.
Nur leider mußte ich mir das 4. Kapitel 2 mal durch lesen, damit ich es überschauen konnte. aber es hat doch noch geklappt.
Du hast einen sehr guten Schreibstil.
Nur haben sich wieder minimale Rechtschreibfehler eingeschlichen.

ich freu mich auf das nächste Kapitel... happy
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Re: The spirit of an old power

Beitrag  Awfully Toxic am Mi Sep 02, 2009 10:13 am


Nur leider mußte ich mir das 4. Kapitel 2 mal durch lesen, damit ich es überschauen konnte. aber es hat doch noch geklappt.
Hab ich es zu unübersichtlich geschrieben?

Nur haben sich wieder minimale Rechtschreibfehler eingeschlichen.
:scheinheilig: duden

Und nochmals Danke für die Kritik und die positiven Bemerkungen.

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Re: The spirit of an old power

Beitrag  Awfully Toxic am Mi Sep 02, 2009 10:45 am

Das 5.Kapitel ist immer noch aus Destinys Sicht erzählt.
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„Gibt es keine Möglichkeit, die Verwandlung rückgängig zu machen?“, fragte ich in die schon peinlich werdende Stille hinein.
„Nein. Einmal Vampir, immer Vampir. So ist es nun einmal Destiny. Du bist gezwungen wie alle anderen Frischlinge vor dir auch, mit nach Sepulcretum zu kommen.“ „Bin ich etwa ein Ferkel?“
Er seufzte: „Die offizielle Bezeichnung für einen neuen Vampir ist nun einmal Frischling.“
„Da bin ich aber beruhigt, dass sie nicht „Küken“ lautet.“
Mein eigentliches Ziel war es ihn zum Lachen zu bringen, doch seine Miene blieb starr. So nachdenklich.
Das Beste wird sein, wenn ich dich nach Sepulcretum bringe, meinst du nicht auch.
„ Wie sollen wir denn zu diesem Nest kommen?“
„Mit Hilfe eines Portals. Hast du schon einmal von einer Krypta gehört?
Natürlich hatte ich das.
„In einer solchen, wie würdest du sagen, Gruft, ist es mir möglich mentalen Kontakt zur Insel aufzunehmen. Komm mit, oder hast du etwa Angst!"

"Ich weiß jetzt immer noch nicht, wie ich dich überhaupt nennen soll." Keine Reaktion.
"Ich rede mit dir! Entweder du sagst mir augenblicklich wie ich dich nennen soll, oder ich werd mir selbst einen Namen einfallen lassen. Und der wird dir ganz bestimmt nicht gefallen."
Er reagierte immer noch nicht. "Nun Gut, dann werd ich dich ab jetzt Burkhardt nennen!"
So heißt nämlich mein verhasster Physiklehrer, der es jede 2. Stunde schaffte mich mit Sonderhausaufgaben zu bestrafen, weil ich mich mal wieder im Unterricht mit meinem Hausaufgabenheft fremdbeschäftigt hatte, mit Vornamen und mit Physik stand ich schon seit der ersten Stunde im Krieg.
"Bist du endlich mal still da hinten, du quasselst wie ein Wasserfall!", sagte der Junge sichtlich angenervt. "Ich bin nur still, wenn du mir endlich sagst, wie ich dich nennen soll, sonst bliebt es bei Burkhardt!" "Nenn mich einfach Jaromir, und jetzt sei still."
Komischer Name, den hört man sonst nur in tschechischen Märchen, aber ich wollte Jaromir nicht noch mehr auf die Nerven gehen, nicht dass er mich einfach hier stehen ließ.
Also folgte ich ihm widerwillig zur Krypta.

„Pass auf, hier ist es äußerst rutschig!“, warnte mich Jaromir, als wir die modrigen Steintreppen zur Krypta hinunterpolterten.
Vor einer großen, alten Eichentür blieb er stehen. Langsam breitete sich Unbehagen in meiner Magengegend aus. Mein noch so anfänglicher Wagemut ist auf dem Weg zur Krypta von Westminster Abbey liegen geblieben.
„Bleib dicht hinter mir!“
Mit einem Quietschen, das selbst die Toten auf dem Friedhof aufwecken würde, öffnete Jaromir die Tür.
„Hoffentlich hat das keiner gehört!“, murmelte ich.
„Nein, bestimmt nicht. Der ständig betrunkene Pfarrer schläft wie ein Murmeltier. Der hört in seinem Pfarrhaus, wenn überhaupt, nur sein eigenes Schnarchen.“
Zielstrebig trat er in die Mitte des Raumes. Eingeschüchtert blieb ich nahe der Tür stehen.
Fasziniert beobachtete ich, wie er seine Arme ausbreitete. Wie von Gesiterhand verschwand der Staub am Fußboden und legte ein sehr altes Pentagramm frei, in dem gerade Jaromir skulpturengleich verharrte. Zu seinen Füßen stieg giftgrüner Nebel aus dem Nichts auf.
Aus diesem schwadenartig aufsteigenden Nebel formte sich ein Portal. Leuchtend grünes Licht blendete meine Augen. Auch wenn ich sie schloss, war dieses grelle Licht noch da.
Erschrocken öffnete ich sie allerdings wieder, als ein dumpfer, polternder Ton den Raum erzittern ließ. Sofort sah ich Jaromir verkrampft auf dem Boden liegend.
Sofort war ich bei ihm. „Alles in Ordnung?“, stammelte ich vor Aufregung.
Er reagierte nicht. In seinen unnatürlich geweiteten Augen stand das blanke Entsetzten geschrieben. Sein ganzer Körper glänzte im grünen Licht wie eine Schmetterlingsraupe.
Sanft legte ich ihm meine Hand auf seine völlig verschwitzte Schulter um ihn zu beruhigen.
„Geht gleich wieder. Das öffnen des Tores erfordert eine Menge Energie!“, stieß er hervor.
Sofort merkte ich, dass Jaromir anders Klang als vor seinem Zusammenbruch. Ob ihm seine plötzliche Schwächeattacke etwa peinlich war? So peinlich ,dass er sie jetzt verschweigen will. Darin sah ich überhaupt keinen Sinn. Er konnte doch mit mir über seine Angst und Probleme reden, oder etwa nicht?
War es seine Art, sich so von der Außenwelt zu verschließen um nicht noch mehr verletzt zu werden oder in seinem Stolz angegriffen zu werden?
Vorsichtig griff ich ihm unter die und sog seinen Oberkörper auf meine immer noch leicht zitternden Knie.
Mit geschlossenen Augen blieb er liegen. Wie nach einem Marathon hob und senkte sich seine Brust. Zärtlich strich ich ihm die blonden Haare aus dem Gesicht. Im Schein des Portals konnte ich zum ersten Mal genau sehen, wie schön er war. Perfekt geformte Lippen, zarte aber doch eindeutig männliche Gesichtszüge. Nur eine kleine, feine Narbe über seiner linken Auenbraue verunstaltete sein Antlitz. Mich störte das allerdings nicht. Besser gesagt, beruhigte es mich sehr, dass auch er einen Makel hatte. In behutsamen Zügen streichelte ich sein Gesicht noch so lange, bis sich sein Atem allmählich beruhigt hatte. Ich konnte ihm nicht mehr böse sein, dass er mich verwandelt hatte. Nein, ich war ihm sogar dankbar, sonst hätte ich ihn nie kennen gelernt. Mit einem Schlag öffnete er seine Augen und blickte mich verdutzt an. Ertappt zog ich meine Hand zurück.
Oh mein Gott, was hatte ich getan. Zu meinem Erstaunen gar nicht wütend wegen der Streicheleinheiten ergriff er meine Hand uns stand mit einem Satz auf. „Bist du bereit?“, fragte er mich, während er mit mir im Schlepptau zum Portal schritt. Stumm nickte ich. Mit einem Schritt trat er in das grüne Licht. Ich folgte ihm, die Augen zugekniffen.

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Re: The spirit of an old power

Beitrag  Emily am Do Sep 03, 2009 1:38 pm

Supi geschrieben. Vor allem der die Geschichte mit dem Physiklehrer lol Kenn ich irgendwo her...
Ich hoffe, daß die Storry noch lange nicht zu Ende ist. Ich lese Geschichten unheimlich gerne.
Kann garnicht mehr anders laola
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Re: The spirit of an old power

Beitrag  Awfully Toxic am Do Sep 03, 2009 10:08 pm

Ich hoffe, daß die Storry noch lange nicht zu Ende ist.
Keine Sorge, die Story ist die längste , die ich bisher geschrieben hab, wirst also noch genug Nachscub bekommen.

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Re: The spirit of an old power

Beitrag  Emily am Fr Sep 04, 2009 11:26 am

party laola danke
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Re: The spirit of an old power

Beitrag  Awfully Toxic am Sa Sep 05, 2009 11:34 am

Und hier ist Kapitel Nummer 6, diesmal aus Sams Sicht.
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Sam stand am Abhang, zu seinen Füßen im Tal befand sich eine mittelalterliche Stadt; die ganz aus schwarzen Ziegeln erbaut worden war. Doch in ihr tobte ein verheerendes Feuer. Der östliche Stadtteil brannte bereits lichterloh. Sam hörte das dumpfe, panische Kreischen der Einwohner, die sich jenseits der Mauern in Sicherheit zu bringen versuchten. Allerdings würden sie diese Stadt niemals lebendig verlassen können, denn die eisernen Stadttore waren heruntergelassen und mit Bauschutt verbarrikadiert. Langsam begann sich der Wind zu drehen, eine rabenschwarze Wolke aus Russpartikeln und Asche kam direkt auf Sam zu. Der Rauch kratzte ekelhaft in Sams Kehle, sodass er mehrmals husten musste um wieder atmen zu können. Durch die Rauchwolke hindurch, sah er, wie grüne Nebenschwaden vor Westen her sich durch die engen, verschlungenen Gassen fraßen. Wie dieser Rauch, der von Dämonen übrig bleibt, wenn man sie aus besessenen Menschen austreibt, dachte Sam bei sich. Mit dem Wind wurden auch die Flammen in die entgegen gesetzte Richtung getrieben. Auf ihrem Weg fraßen sich die Flammen immer weiter durch die Stadt und hinterließen nicht mehr als Asche und Schutt. Die Hitze wurde bereits von Sams Standpunkt aus unerträglich. Wie musste sie sich nur in innerhalb der Stadtmauern anfühlen? Bestimmt wie in einem großen Topf, in dem siedendheißes Wasser war. Bei lebendigem Leib gegrillt werden…Erst spüren wie die Kleider und die Haare Feuer fingen und dann schließlich auch die Haut zu brennen anfing… Dieses Schicksal wünschte er nicht einmal seinem ärgsten Feind. Doch wie sollte er das Flammeninferno stoppen? Konnte man dies bei einem solchen Ausmaß überhaupt? Der Wind hatte urplötzlich an doppelter Stärke zugenommen. Auf seiner bloßen Haut spürte Sam schließlich die kleinen Funken, die mit dem Wind herangetragen worden waren. Viel schlimmer allerdings war der beißende Rauch, der sich wie Teer in seiner Lunge, Luftröhre und in seinen Augen abgelagerte hatte, und seine Augen bereits zu tränen gebracht hatte. Sam bekam keine Luft mehr. Seine Kehle fühlte sich wie abgeschnürt. Auch wenn er sich sein T-Shirt vor Mund und Nase hielt, drang immer noch genug Ruß durch den Stoff hindurch.
Seine einigste Überlebenschance bestand in der Flucht. Doch fliehen konnte er nicht, denn seine Beine waren so schwer wie Beton.


An dieser Stelle schreckte Sam schweißgebadet aus seinem Alptraum auf. Bildete er sich den rauchigen Geruch in seinen Haaren nur ein, oder war er wirklich da? Das konnte eigentlich nicht sein, oder vielleicht doch? Einen kurzen Moment wusste Sam überhaupt nicht, wo er war. Als er aber in das Gesicht von Henry, der vor dem Fenster auf der gegenüberliegenden Seite des Zimmers stand, wusste Sam wieder, wo er war.

„Die Stadt, die du ein deinem Traum gesehen hast, ist Gothica- die Schwarze Stadt und sozusagen die Hauptstadt von Sepulcretum. Fällt sie, geht mit ihr die ganze Insel unter.
Keinesfalls war dieser Traum nur ein gewöhnlicher Alptraum, nein Sam, was du gesehen hast, ist eine Art Zukunftsvision gewesen. Denn dies wird passieren, wenn du scheiterst. Wenn die Dunklen an die Macht kommen…“

Abgelenkt durch Henrys Worte, bemerkte Sam nicht, wie ein dunkler Schatten im Sicheren Schatten des dichten Waldes hinter dem Haus verschwand. Der Schatten hatte die ganze Zeit unter dem Fensterbrett gesessen und bei dem geöffneten Fenster war es ihm ein leichtes gewesen, das ganze Gespräch mit anzuhören.
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Re: The spirit of an old power

Beitrag  Awfully Toxic am Sa Sep 05, 2009 11:43 am

Das 7. Kapitel ist wieder aus Destinys Sicht geschrieben.
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Etwas kitzelte mich in der Nase. Ich musste niesen.
Ich war zu müde um die Augen auch nur einen kleinen Schlitz weit zu öffnen.
Nur liegen bleiben wolle ich. Genau hier im grünen Gras. Inmitten des herrlichen Vogelgezwitscher.
„Destiny, steh endlich auf, du Faulpelz. Spiel mit mir!“
„Nein, Sarah! Ich habe schon den ganzen Nachmittag mit dir gespielt!“
Ich drehte mich auf die andere Seite um weiter zu dösen. Doch meine kleine Schwester blieb hartnäckig, erst schüttelte sie mich noch sanft, dann immer bestimmter.
„Nein! Lass mich nur noch eine Minute schlafen!“ Unerbittlich schüttelte sie mich an meinen Schultern. Solange ich nicht machte, was sie wollte, würde ich keine Ruhe haben. Genervt versuchte ich sie von mir abzuschütteln. So weit sollte es erst einmal kommen, dass ich mich von einer viel jüngeren Schwester tyrannisieren lasse. Sie ließ nicht locker.
Wie so oft, musste ich schließlich wieder nachgeben. Das bewunderte meine Mutter so an mir, dass ich so vernünftig und so einsichtig mit ihr bin.
Jedes mal nahm ich mir aufs neue vor nächstes Mal sturköpfiger zu sein, doch wenn mich meine Schwester mit ihrem „Bettel-Mitleid-Blick“ ansah, konnte ich einfach nicht „Nein“ sagen. Das hatte auch Sarah begriffen und nutzte diese Masche zu meinem Ärger jedes mal aufs neue aus, wenn sie wieder ihren Willen bekommen wollte.
Ruckartig öffnete ich die schweren Lider schließlich und blickte in ein fremdes Gesicht.
Nein, es war keine fremde Person. Es war Jaromir.
Zu meinem Enttäuschen war ich nicht zu Hause bei meiner Familie, sondern hier bei Jaromir, der die ganze Zeit versucht hatte, mich zu wecken.
Mit einem Satz war ich auf den Beinen. Erst jetzt wurde mir bewusst, wie gut es hier roch. Wie auf einer Blumenwiese im Sommer.
„Ausgeschlafen?!“, fragte mich Jaromir.
„Ich hätte noch weiter geschlafen, wenn du mich nicht geweckt hättest“, antwortete ich eingeschnappt.
„Jetzt bin ich wieder an allem Schuld!“, murmelte er.
Um ihn zu Necken klopfte ich ihm auf die Schulter, doch das hätte ich besser nicht tun sollen.
Sogleich packte mich ein eigenartiger Sog. Ich konnte mich nicht wehren. Ich war gefangen.

Grobe Hände rissen an meinen Schultern, drückten mich unerlässlich vorwärts. Schweiß klebte mir am ganzen Leib. Ich schlug meine Augen auf, wollte sehen, was sie mit mir vorhatten. Der lange Saum meines Unhangs schlug lästig um meine Beine. Ich konnte mich nicht daran erinnern, überhaupt einen Mantel zu besitzen. Auch war mir mein eigener Körper total fremd. Vor allem mein linkes Bein fühlte sich so schwer und steif an. Die Handlungsabläufe kamen mir so abgehackte vor. So unrealistisch. Was war mit mir geschehen? Eine ganze Flut fremder Gefühle und Gedanken überrollte mich und unterdrückten meine eigenen. Langsam begriff ich, dass dies nicht mein Körper war, sondern Jaromirs, in dem ich gefangen war.
Abrupt blieben wir stehen. Doch die Hände an meinen Schultern packten mich nur fester. Ich blickte zu Boden. Und dann sah ich es. Das Pentagramm. In der Mitte stand eine verhüllte Gestalt mir einem funkelnden Messer in der Hand.
„Brüder, Schwestern, wir haben uns heute Nacht hier versammelt um Jaromir, Sohn von Joksim und Marjana Jevrosim, in die Welt der Vampire zu überführen.“
Sie wollten mich verwandeln, hier und jetzt in dieser muffigen Krypta. Meine verlogene Tante Nikita hatte das alles eingefädelt. Sie hatte mich und meine Eltern an diese fanatische Sekte verraten. Das würde sie mir büßen. Solange ich lebe, werde ich ihr das Leben zur Hölle machen. Diese verdammte Eifersucht musste für immer bestraft werden. Das waren nicht meine Gedanken, das waren Jaromirs.
Doch erst einmal musste ich hier rauskommen. Grob schlug ich dem Wächter zu meiner Rechten in den Bauch. Es hat keinen Zweck, ich war zu schwach und mein Bein begann immer unerträglicher zu Schmerzen. Im Unterbewusstsein registrierte ich, dass mir eine warme Flüssigkeit in einem kleinen Rinnsal unaufhaltsam an meiner linken Wade hinunterlief. Mit allergrößter Wahrscheinlichkeit war sie wieder aufgeplatzt. Auch das würde mir Rufus büßen. Mich so verunstaltet zu haben. Besser gesagt, verkrüppelt bis zum Ende meines Lebens.
„Lasst ihn vortreten!“
Augenblicklich wurde ich zur Gestalt in Schwarz geschleppt. Ich versuchte mich nun auch nicht mehr zu wehren. Vielleicht ergab sich später eine Möglichkeit zur Flucht, für die es sich lohnte seine Kräfte zu sparen. Der Ritualleiter hob das Messer. Und mit einem einzigen, schnellen Hieb versenkte er es in meiner linken Hand. Ich schrie auf. Brennender Schmerz fuhr mir durch die Hand, den Arm hinauf und weiter. Das Blut strömte in einem Bach nur so aus meiner Hand. Ein Diener erschien und füllte mit diesem Blut einen silbernen Becher. Murmelnd erhob er sich, als der Becher halbvoll war und begann das Blut gleichmäßig in den Rändern des Pentagramms zu verteilen.
„Schon als Babys haben wir uns von dem Blut unserer schwachen Menschenmütter ernährt.
Nachdem wir geboren worden waren, sind wir aus dieser herrlichen Welt gerissen worden. Mit Milch wurden wir gefüttert. Doch wir brauchten mehr. Unser Durst war nie gestillt.
Der Durst nach Blut.“ Mit diesen Worten flammte das Pentagramm rötlich auf.
„Doch nun hat das warten ein Ende, nach der Überführung ist es euch gestattet, so viel zu trinken wie ihr wollt.“
Die fanatische Menge grölte. Kalter Schweiß stand mir noch immer auf der Stirn.
Was denkt man in den letzten Minuten seines Lebens? Hatte ich mein Leben so geführt, dass ich am Ende nun sagen konnte, es hatte einen Sinn gehabt?
Anmutig entblößte er seine Zähne, wie Dolche schimmerten sie im Kerzenlicht.
Weglaufen, sonst ist es zu spät. Mach schon. Folgsam gehorchte ich meiner inneren Stimme.
Ein letztes Mal sammelte ich meine verbliebenen Kräfte. Machte mich bereit zur Flucht. Doch zu spät. Ein herber Schlag gegen meinen Hinterkopf ließ mir die Sinne schwinden. Ich taumelte. Das letzte was ich sah, waren die Fangzähne über mir. Ich fiel.
In eine abgrundtiefe Dunkelheit, die von unersättlichem Schmerz und eiskalter Kälte regiert wurde.

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Re: The spirit of an old power

Beitrag  Emily am So Sep 06, 2009 6:21 pm

Ich freu mich schon, wenn`s weiter geht.
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Re: The spirit of an old power

Beitrag  Awfully Toxic am Mo Sep 07, 2009 12:10 pm

8. Kapitel, ebenfalls aus Destinys Sicht
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„Jaromir, es tut mir furchtbar leid.
Wenn du mir sagst, was das für eine verfluchte Fähigkeit ist, werde ich versuchen, sie wieder los zu werden.“
„Bist du eigentlich so dumm, wie du gerade tust. Eine Fähigkeit kann man nicht wegwerfen wie ein Stück Dreck. Sie ist ein Teil von dir und du bist ein Teil von ihr.“
Mit furchtbar schlechtem Gewissen musste ich zusehen, wie Jaromir Richtung Norden genau in den Wald hineinmarschierte. Dabei hinterließ er eine Spur der Verwüstung auf dem Boden. Die dünnen Gräser und kleineren Sträucher, verletzt lagen sie eben auf dem Boden. Wie Jaromir. Auch er war am Boden zerstört. Den Blumen konnte ich nicht mehr helfen, doch bei Jaromir war es vielleicht noch nicht zu spät. Ich musste nur die richtigen Worte finden.
„Jaromir ich kann dich verstehen. An deiner Stelle ginge es mir ähnlich.“
Er reagierte nicht.
„Ich weiß nicht einmal, was das für eine Gabe ist. Nur du allein bist in der Lage mir mit diesem Problem zu helfen. Verstehst du nicht, ich brauche dich.“
Erleichtert seufzte ich, als er langsamer wurde und schließlich ganz stehen blieb.
„Und genau das ist das Problem!“, brüllte er so laut, dass einige Vögel in den Ästen über ihm erschrocken wegflogen.
„Du und dein verdammtes Einfühlungsvermögen. Du hast anscheinend so viel Mitgefühl, dass du es tatsächlich schaffst, die schlimmsten Augenblicke deiner Mitmenschen am eigenen Leib zu erfahren.“
Das also war meine Gabe. Doch wusste ich nicht, ob sie an Fluch oder vielleicht doch ein Segen ist. Schon als Mensch konnte wenn meine Freundinnen Kummer oder Sorgen hatten, mit ihnen darüber reden, als wären es meine eigenen Gefühle. Solle sich dieses so vorteilhafte Talent etwa zu meinem Nachteil wenden?

Ein schmerzverzerrter Laut ließ mich aufblicken. Jaromir lag gekrümmt am Boden und hielt sich angestrengt seine linke Wade.
Oh mein Gott, was hatte ich jetzt schon wieder gemacht. Eine grauenvolle Vorahnung überrollte mich: Konnte ich etwa allein durch Gedankenübertragung eine mentale Verbindung zu Jaromirs Körper aufnehmen.
„Bleib weg von mir!“, seine Stimme klang, als spräche der Teufel persönlich mit mir.
Sollte ich ihm gehorchen? Nein, da war ich mir sicher: Durch mich wurden die sorgsam verdrängten Erinnerungen wieder lebendig und ich war die einzige, die diese steuern konnte.
Neben ihm ließ ich mich hastig auf den feuchten Erdboden gleiten. Ich wollte ihm so sehr helfen, doch wie. Berühren konnte ich ihn nicht, sonst würde das ganze sicherlich wieder von vorne losgehen.
Doch blieb mir eine andere Chance als eine Berührung?
Die Antwort war schlicht:
Nein. Es existierte keine weitere.
Denn bevor ich ihn auch nur im Geringsten beruhigen konnte, musste ich wissen, wo die Quelle für diesen Schmerz lag.
Erneut legte ich meine Hand auf sein verkrampftes Gesicht. Und da setzte er wieder ein.
Diese Kraft, die mich in Jaromirs Körper förmlich hineinzog.

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Re: The spirit of an old power

Beitrag  Emily am Mo Sep 07, 2009 7:18 pm

Möchte mehr davon...wird ja immer spannender...
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Re: The spirit of an old power

Beitrag  Awfully Toxic am Di Sep 08, 2009 12:02 pm

Und hier kommt auch schon das nächste Kapitel, diesmal aus der Sicht von Sam.
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„Henry, ich kann euch nur helfen, wenn ihr mir endlich sagt, gegen wen oder was ich überhaupt kämpfen soll.“
„Sam, ich hab bereits zu viel gesagt, dich einfach hier gesund zu pflegen ist schon ein Verrat gegen den Rat von Sepulcretum. Wenn einer von ihnen herausfindet, dass ich dir von der düsteren Geschichte unserer Insel erzähle, werden sie mich dafür hinrichten.“
„Außer deiner Frau und mir ist doch weit und breit keiner!“, meinte Sam.
„Du verstehst nicht, der Rat hat seine Spitzel überall, die sollen wieder Ruhe auf diese Insel zu bringen und schon den kleinsten Hauch von Zweifel in den Bewohner müssen sie auszulöschen, indem sie diese Leute einfach in einem muffigen Gefängnis verschwinden lassen.. Aber in Wirklichkeit hat der Rat schon lange keine Macht mehr und das wissen auch die Dunklen. Gerade mobilisieren sie noch ihre Kräfte und dann, wenn der Rat am schwächsten ist, werden sie zuschlagen.“
„Wer-oder-was-sind-die-Dunklen?“ Sam betonte jedes Wort übergenau, ihm ging es so langsam aber sicher auf die Nerven, das er hier gegen seinen Willen festgehalten wird und gegen eine Macht kämpfen sollte, die er nur vom Namen her kannte.
Schon zum zweiten Mal an diesem Tag hatte Sam das Gefühl, das Henry Gedanken lesen konnte, denn an dieser Stelle senkte er seine Stimme, fast flüsternd begann er zu berichten:

„Die Anführerin der Dunklen heißt Ilona, doch damit du ihre Handlungen nachvollziehen kannst, musst ich dir erst einmal erzählen, was sich vor gut zwanzig Jahren abgespielt hatte, dieses Jahr ist- wie soll ich sagen- fast schon legendär, denn hier hatte der Rat zum ersten Mal seine eigene Schwäche preisgegeben. Ilonas Familie, übrigens eine der einflussreichesten Familie auf Sepulcretum, lebte schon seit Generationen auf dieser Insel, und wie schon ihre Großeltern und Eltern wurde sie an ihrem siebzehnten Geburtstag gefragt, ob sie ebenfalls ein Mitglied des Rates werden will.
Im Frühling sollte die Einführungszeremonie stattfinden. Als alle Gäste versammelt waren, wurden die üblichen Ritualien gesprochen. Ilona hätte nur nur zustimmen brauchen, dass sie ebenfalls bis zu ihrem Lebensende dem Rat mit all ihrer Macht dienen möchte… Doch bevor die heiligen Worte auch nur zur Hälfte gesprochen waren, riss sie sich los, rannte aus der geweihten Höhle hinaus ins Freie. Noch jetzt hallten mir ihre Abschiedsworte in meinem Kopf: Niemals werde ich einer von Euch!
Mir gefällt mein jetziges Leben und ich bin nicht bereit es wie ein Stück Dreck einfach wegzuwerfen!“

„Das versteh ich nicht ganz, warum hat sich Ilona geweigert, dem Rat zu dienen?“, unterbrach Sam seinen Redefluss.
Henry schmunzelte, bevor er mit seiner Geschichte fortfuhr:
„An dieser Stelle kommt wieder die Sache mit den Jungs“ Innerlich verdrehte Sam die Augen, wie hätte es auch anders sein sollen.

„Der Rat wählt für die weiblichen Mitglieder die für ihn am geeigneten erscheinenden Männer aus, diese hatten die Frauen dann zu heiraten, ob sie wollten oder nicht. Hätten sie abgelehnt, würde das als Hochverrat gegen den Rat aufgefasst und mit dem Tod bestraft. Die passiert übrigens auch, wenn man sich weigert dem Rat beizutreten.
Von ihren Freundinnen hatte Ferenc, das Oberhaupt des Rates, erfahren, dass Ilona heimlich verleibt war. Nur ihr Geliebter, er hieß Chlodwig, war ein Ausgestoßener.
Und bevor du fragst. Von dem Rat als Ausgestoßen betrachtet zu werden, bedeutet dass du auf Sepulcretum geächtet bist. Viele Ausgestoßenen ziehen es vor, ihrem Leben hier durch einem Selbstmord ein Ende zu setzen, als ewig wie ein Aussätziger behandelt zu werden."

So langsam konnte Sam Ilona verstehen. Sie schien eine Kämpferin zu sein, die aus diesen strikten, mittelalterlichen Regeln mit aller Kraft auszubrechen versuchte, und für ihre Liebe im wahrsten Sinne des Wortes kämpfte.
„Was hat Chlodwig getan, damit sein Ansehen beim Rat gleich null war?“, unterbrach er Henry erneut.

Sein gegenüber schaute ihn seufzend an: „Chlodwig hatte die Macht mithilfe seiner Gedanken Menschen zu manipulieren. Zu deutsch: Er hätte dem Rat allein schon durch sein Anwesen gefährlich werden können. Deshalb ließ Ferenc ihn mit einem Bann belegen, der dafür sorgen sollte, dass seine Fähigkeiten unterbunden werden." Nach einer kleinen Kunstpause fügte Henry hinzu:
"Jetzt komm ich aber wieder auf Ilona zurück. Hätte sie dafür entschieden, dem Rat beizutreten, hätte sie sich gegen Chlodwig stellen müssen. Und wenn sie sich für Chlodwig entschieden hätte, wäre sie vom Rat auf der Stelle hingerichtet worden. Sie stand sozusagen, in der Zwickmühle. Und deshalb ist sie von dieser Insel noch am selben Abend geflüchtet.“

„Ich dachte, man kann nicht so ohne weiteres von Sepulcretum verschwinden. Das hast du selbst gesagt.“, meinte Sam verwirrt.
„Das ist absolut richtig...Sie hatte Hilfe gehabt.“
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Fortsetzung folgt...

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Re: The spirit of an old power

Beitrag  Awfully Toxic am Do Sep 10, 2009 12:45 pm

Das 10.Kapitel ist wieder aus Destinys Sicht.
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In leichtem Laufschritt rannte ich die endlos erscheinende Straße zu unserem Haus hinauf.
Gerade hatte die alte Kirchuhr elf Mal geschlagen.
Schon vor einer Stunde sollte ich eigentlich zu Hause sein, das war die Bedingung gewesen. Doch der Abend mit meiner Freundin Nikita war so wunderbar gewesen. Stundenlang haben wir zusammen am Weiher gelegen und sind gelegentlich im kühlen Nass schwimmen gegangen. Dabei hatte ich wohl völlig die Zeit vergessen. Auch war das Bad im See völlig umsonst gewesen, denn ich war von Kopf bis Fuß durchgeschwitzt.
Hundertprozentig würde Mechthild wieder eine Gemeinheit einfallen, um mich für meine Unpünktlichkeit zu bestrafen.
Nur noch wenige hundert Meter trennten mich von ihr.
Ich bog um die Straßenecke.
Nur noch 50 Meter bis zum Ziel.
Noch 10, noch 5.
Dann war ich da.
Prüfend warf ich einen Blick nach oben. Das Schlafzimmer meiner Schwester und meiner Tante war nicht erleuchtet. Ein gutes Zeichen: Beide schliefen bereits.
Nun musste ich nur noch unbemerkt in meine Zimmer im Dachgeschoss gelangen. .
Was eignete sich dafür besser als eine Rosenranke? Eine Leiter, doch die war nicht vor vorhanden.
Geschickt wie ein Wiesel kletterte ich eine Sprosse nach der nächsten hinauf. Das war schon Routine, so oft bin ich auf die gleiche Weiße wie jetzt ins Haus gelangt.
In weiser Voraussicht hatte ich das Fenster nicht geschlossen und konnte nun unbemerkt in den Raum gleiten. Doch oh Schreck! Ich war nicht allein.

„Jaromir, hatte ich mich nicht klar und deutlich ausgedrückt, dass du pünktlich zu Hause sein solltest?“
Ich schwieg, denn keine Antwort war auch eine Antwort.
„Wie lange soll ich den noch warten, bis du lernst das Pünktlichkeit eine Tugend ist?
Wie oft? Sag es mir…“
„Nun gut, da du anscheinend nicht durch Worte lernen kannst, muss ich eben meine Erziehungsmethode dir anpassen. Mir soll es recht sein…“

„Rufus!“, schallte die Stimme durch den Raum. Gemächlich trat der Rottweiler hinter Mechthild aus dem Schatten hervor.
Sein rabenschwarzes Fell tarnte ich so gut, dass ich nur anhand seines lauten Atmens erahnen konnte, wo er sich befand.
„Auf ihn!“
Das war also der Befehl. Mit einem kampflustigen knurren sprang er aus der Dunkelheit auf mich.
Mein Versuch, ihm einen Tritt zu verpassen, schlug zu meiner Verzweifelung, fehl. Rufus hingegen hatte offensichtlich ein gefallen daran gefunden sich an meiner Hise zu verbeißen. Immer tiefer gruben sich seine Reißzähne durch den dünnen Stoff hinein in meine Wade.
Ich schüttelte mein Bein so heftig, dass es schmerzte. Ohne Erfolg, desto mehr ich mich wehrte, umso tiefer drangen seine Zähne in mein Fleisch.
Außer dem immer stärker werdenden Schmerz, konnte ich nur noch die warme Flüssigkeit, die in Strömen an meinem Unterschenkel hinunterlief, fühlen.
Ich taumelte zu meinem Bett.
Wenn ich schon die Kontrolle über meine Gliedmaße verlor, dann wollte ich wenigstens weich fallen.
„Rufus aus!“, augenblicklich ließ der Höllenhund meine linke Wade los.
Doch sofort setzte ein bedeutend heftigerer Pein ein.
Die Wunde brannte wie Feuer, in das Öl hineingegossen worden war.
Schmerzenstränen liefen mir ungehindert über die Wangen.
Besorgt beugte sich meine Tante über mich.
„Ich glaube, die Lektion: Ich muss pünktlich kommen!, hast du nun gelernt, oder was meinst du“
Behutsam strich sie über meine verzausten Haare. Zu gerne hätte ich sie dafür geschlagen, doch ich fühlte mich zu schwach: Das Bein kostete mich meine ganze Kraft.
Mir schwanden die Sinne. Das letzte an das ich mich erinnern konnte, war die endlose Dunkelheit.


Als die ersten Sonnenstrahlen mein Gesicht berührten, musste ich aufgewacht sein.
Mein Bein brannte noch immer höllisch, doch es floss nicht mehr all zu viel Blut heraus.
In mir drängte es zu sehen, was der Rottweiler mir angetan hatte.
Eine tiefe Wunde, mit zerfetzten Rand, klaffte dort.
War dieser weiße Schimmer inmitten des blutroten Gewebes etwa mein Knochen?


Dann setzte wieder dieser Sog ein, der mich zurück in meine Körper brachte.

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Re: The spirit of an old power

Beitrag  Awfully Toxic am Do Sep 10, 2009 12:50 pm

Das 11.Kapitel, ebenfalls aus Destinys Sicht
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Langsam löste ich Jaromirs verkrampfte Hände. Nachdem ich das Hosenbein hochgeschoben hatte, offenbarte sich mir ein grauenvoller Anblick:
Eine nie richtig verheilte Wunde, aus der soeben ein dünnes Rinnsal Blut floss.
Dass Jaromir mit einem solch vernarbten Bein überhaupt richtig laufen konnte, blieb mir ein Rätsel.
Mühsam schaffte ich es, ihm aufstehen zu helfen. Mit anfangs noch wackeligen Schritten machten wir und auf zu einem kleinen Bach, der ganz in der Nähe vorbei floss, um die Blutung zu stillen.
Am Ufer angekommen, ließ sich Jaromir, der die ganze Zeit noch kein einziges Wort gesagt hatte, auf die Knie hinunter gleiten.
Sofort half ich ihm sein Oberteil auszuziehen um die Wunde zu verbinden.
„Lass nur, Destiny!“
„Du hast gesehen, wer mir so verkrüppelt hat.“ Es klang nicht wie eine Frage, vielmehr wie eine Feststellung.
„Es tut mir schrecklich Leid.“
„Ich weiß, Destiny, ich weiß…“
„Wieso ist diese Narbe nicht verschwunden, als du verwandelt wurdest?“
„Weil sie ein Teil von mir ist.“
„Wenn du deine Augen für einen Moment schließt, werde ich dir etwas zeigen, von dem du sicher sehr angetan sein wirst!“, versprach er mir.
Brennend vor Neugier, schloss ich sie um sie auf sein Zeichen hin wieder zu öffnen.
Was ich jetzt zu Gesicht bekam, verschlug mir die Sprache:
Langsam traten aus seinem nackten Oberkörper feine blaue Striche hervor.
Dann drehte er sich anmutig um und zeigte mir seinen Rücken, auf dem sich ein Meer aus blau bereits gebildet hatte.
Und nach einigen Minuten konnte ich erkennen, was es mit den blauen Konturen auf sich hatte.
Sie bildeten eine geflügelte Seeschlange, deren imposante Flügel die ganzen Schultern einnahmen. Bis zum Hosenbund streckte sich der geschuppte Körper aus. Doch ich war mir sicher, dass der Körper noch an den Beinen weiter gehen würde, da ein Großteil es Schwanzes verborgen blieb.
An der Stelle, an der sich die gerade noch blutende Wunde befunden hatte, erstreckte sich das
weit aufgerissenem Maul eines Weißen Haies. Jetzt begriff ich, was er mit den Worten: „Sie ist ein Teil von mir!“, gemeint hatte.

Mit einer einzigen schnellen Bewegung wandte er mir wieder den Oberkörper zu.
Über seiner Brust war eine leuchtende Sonne, die sich im Meer auf seinem Bauch, auf eine wunderschöne Weise widerspiegelte. Auch seine weit geöffneten Augen waren nicht mehr blau, sondern türkis, wie die Meerestattoo auf seiner Haut.
„Überrascht?“
„Natürlich! Warum hast du dich denn so bemalen lassen?“
„Eine Liebeserklärung an die See!“, erwiderte er mit spöttischem Grinsen auf meinen verdutzten Gesichtsausdruck.
„Schämst du dich für das Tattoo, oder warum hast du es die ganze Zeit versteckt?“
„Das wäre doch wohl mehr als auffälliger gewesen, wenn ich so durch London marschiert wäre.“
Nach einer kurzen Pause fügte er, während er gemächlich seine sandbraunen Haare auf den Finger zwirbelte, hinzu:“ Falls es dich interessiert, du hast dich ebenfalls verändert.“

Augenblicklich warf ich mich auf die Knie und beugte mich über das Wasser.
einen Moment zögerte ich, vielleicht aus Angst, dass ich mir nicht mehr gefallen würde.
„Na mach schon, du bist doch sonst nicht so ängstlich!“, forderte mich Jaromir neben mir auf. Anmutig lehnte ich mich vor. Und erschreckte:

Ein rothaariges Mädchen blickte mich an.
Das war ich. Ich als Vampir.
Keine Spur war mehr von meinen strohblonden Haaren, die ich wegen der so einzigartigen Farbe über alles geliebt hatte, übrig.
Doch beim genaueren Betrachten der neuen Haare, die mir leicht gewellt über die Schulter fielen, merkte ich, dass sie nicht rot waren, sondern einen leichten kupferfarbenen Glanz ausstrahlten.
Eine Farbe, die ich noch nie zuvor in meinen Leben gesehen hatte.
Und auch meine Augen waren nicht mehr blau-grau, sondern ebenfalls kupferrot.
So rot wie der Sonnenuntergang.
Dies waren nicht die einzigen Veränderungen, denn mein sonst so rundliches Gesicht, war weiblicher geworden und strahlte eine für mich fremde Eleganz aus.
„Du hast das Feuer geliebt und den Untergang der Sonne!“
Erschreckt zuckte ich zusammen. Bei meiner Musterung hatte ich vergessen, dass Jaromir die ganze Zeit bei mir stand.
„Woher weißt du das?“, erwiderte ich. „Dein Aussehen verrät eine Menge über deine Vorlieben.“
Ich blickte ihm tief in die Augen, dann fragte ich: „Wirst du mich in alle noch so kleinen Geheimnisse unseres Daseins einweihen?“
Er neigte seine Kopf leicht schief und erwiderte fest: „Nur so viel, wie mir gestattet ist.
Vergiss nie, dass deine Verwandlung eine Verwechslung gewesen war und du in den Augen vieler Vampire eine Unwissende bleiben wirst, egal wie lange du auch unter Unseresgleichen lebst.“
So sehr hatte ich auf eine positive Antwort gehofft und wurde wie so oft enttäuscht.
„Komm mit Destiny! Lass uns nach Hause gehen.“
Ohne eine Antwort meinerseits abzuwarten, verschwand er im dichten Regenwald.

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Re: The spirit of an old power

Beitrag  Emily am Fr Sep 11, 2009 3:59 pm

Eine tolle Story...geht sie denn noch weiter?
Du hast echt tolle Ideen, die Du super umsetzt...
Alle Achtung...Ich ziehe meinen Hut!
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Re: The spirit of an old power

Beitrag  Awfully Toxic am Fr Sep 11, 2009 4:17 pm

Ja, eine Fortsetzung ist gerade in Bearbeitung;)

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Re: The spirit of an old power

Beitrag  Awfully Toxic am Mi Sep 23, 2009 9:10 pm

Ich mach jetzt nochmal mit einem Kapitel aus Destinys Sicht weiter, weil ich noch ein wenig an dem Kapitel mit Sam herumfeilen muss;)
Also dann, weiter geht's.
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Den halben Nachmittag lief ich stumm hinter Jaromir her. Natürlich hatt ich versucht ihn in ein Gespräch zu verwickeln, doch er schwieg wie ein Grab. Wie konnte ein Mensch nur so stur sein?
Erst als die Sonne hinter den hohen Bäumen verschwand,richtete er zum ersten Mal nach Stunden das Wort an mich:
„Beieil dich, ich will die Stadt noch vor Einbruch der Nacht erreichen.“
Im Laufschritt jagten wir durch den Wald, immer in Richtung der untergehenden Sonne.
Ich genoss ihre warmen, letzten Strahlen der Sonne, bevor sie dem Mond weichen musste.
Als die sie fast hinter dem Horizont verschwunden war, stoppte Jaromir.
„Der erste Sonnenuntergang ist für einen Vampir immer etwas Besonderes.
Denn die Sonne leuchtet dem neugeborenem Vampir zur Ehre immer in der Farbe seiner Iris.“

Ich blickte gen Westen und tatsächlich: Der Himmel schien förmlich zu brennen. Unaufhaltsam schob sich schließlich der Mond vor die Sonne. Wie bei einer Sonnenfinsternis bildeten die rötlichen Strahlen einen Kranz um den Mond. Schon nach wenigen Minuten wich die Sonne ganz dem Mond und schlagartig wurde es kühler. Jaromir bestaunte das Schauspiel ebenfalls: „ Es ist doch jedes Mal aufs neue schön.“
Erst als die Sterne sich schon zahlreich am Himmel spiegelten, forderte er mich auf weiter zu gehen, um eine Bleibe zu suchen.
Etwas abseits des Weges fanden wir einen alten Baum, dessen Wurzeln so tiefe Mulden bildeten, dass wir uns bequem hineinlegen konnten.
Schläfrig betrachtete ich durch die Löcher im Blätterdach das Sternenfirmanent.
Meine Gedanken greisen um das Geschehene und vor allem um meine Familie.
Um morgen wieder fitt zu sein, musste ich endlich Ruhe finden, doch je weiter die Nacht voranschritt, desto kühler wurde der Wind, der leise in den Bäumen raschelte. Vergeblich versuchte ich das Klappern meiner Zähne zu unterdrücken um den schlafenden Jaromir neben mir nicht aufzuwecken.
„Kannst du immer noch nicht einschlafen, Destiny?“
Jetzt hatte ich auch noch zu meinem Scham Jaromir geweckt. Ich zitterte so stark, dass ich keine halbwegs vernünftige Antwort zu Stande brachte.
„Soll ich dich in den Schlaf singen?“ Auf gar keinen Fall sollte er das tun, vor lauter Lachen würde ich ihn nur blamieren und Bauchkrämpfe bekommen.
„Wie wäre es denn mit etwas Spektakulärem, dass ausschließlich Vampire können?“, schlug ich vor.
„Du willst es wirklich sehen, auch wenn ich dir damit die Ruhe rauben werde?“
Begeistert nickte ich.
„Nun gut, dein Wille geschehe.“
Er setzte sich in eine meditierende Haltung vor mich hin.
„Die Vollmondnacht zeige, was wir wirklich sind!“
Augenblicklich verdüsterte sich der Himmel. Wie im Zeitraffer zogen dichte Wolken auf und durch ein Loch in der Wolkendecke erleuchtete der Vollmond den Nachthimmel.
„Schließ die Augen und öffne sie auf mein Zeichen hin wieder.“
Nach einer minimalen Pause antwortete er: „Jetzt!“, doch seine Samtstimme klang hohl und zittrig.
Hätte mein Herz noch geschlagen wäre es wohl jetzt sicher stehen geblieben.
Ein Skelett stand zwei Meter entfernt von mir. Es war nicht irgendein Skelett, sondern Jaromir. Seine Kleider hingen in Fetzten von ihm herab. Statt der Augen starrten mich die tief liegenden Augenhöhlen an. Perfekt hätte er in ein Gruselkabinett gepasst.
Mit einem Schritt trat er auf mich zu.
Sein im Wind klapperndes Gerippe war für mich schlicht weg zu viel des Grauens.
„Bleib bloß weg von mir!“, schrie ich mit purer Angst im Gesicht geschreiben.
„Wie du willst!“ Auf Anhieb fiel das Knochengerüst in sich zusammen.
Nachdem Jaromir wieder der alte war, fragte er mich besorgt: „ Hab ich dich arg erschreckt?“ „Du hast ja keine Ahnung wie sehr! Kann man das lernen?“
„Nein, es ist eine nicht weitverbreitete Fähigkeit Illusionen hervorzurufen und ich habe dir gerade gezeigt, wie mein Körper nach einigen Jahren unter der Erde aussieht.
„Leg dich schlafen.“
Doch an dieses war nicht zu denken, viel zu sehr stand ich noch unter Schock.
Als Jaromir mein Zögern bemerkte, meinte er: „Wenn du willst, kann ich die ausnahmsweise in den Arm nehmen. Bereitwillig nahm ich sein Angebot in Anspruch.
Während man seinen warmen, durchtrainierten Körper an seinem eigenen fühlte, schlief es sich doch gleich besser ein, als ganz allein in einer fremden Umgebung.


Trotzdem schlief ich in dieser Nacht nur sehr unruhig, denn gegen Morgengrauen, begann sich Jaromir wie ein Pferd auf der wiese zu wälzen. Von seinem Schweiß war seine Kleidung schon ganz durchgeschwitzt. Mit Sicherheit wurde er von einem Alptraum geplagt. Sollte ich ihn wecken?

Obwohl ich es selbst hasste, aus Alpträumen geweckt zu werde, entschied ich mich dafür, denn meistens fühlte ich mich danach besser.
„Ilona, nein!“, er brüllte herzzerreißend im Schlaf.
Sanft schüttelte ich ihn an der Schulter. Schlagartig war er wach und rappelte sich keuchend auf.
„Willst du darüber reden?“, bot ich ihm an.
„Was ich geträumt habe, willst du besser nicht wissen.“
Mitfühlend legte ich ihm meine Hand auf seinem Unterarm.
Gefühlvoll zog er mich an sich ran und umarmte mich schließlich.
Sein Körper fühlte sich so wunderbar weich an. Entspannt legte ich meinen Kopf auf seine Schulter. So verharrten wir eine Weile, bis er seine Lippen an meine legte und mich küsste. Allerdings hörte er sogar gleich wieder auf und riss sich los, sodass ich es nicht einmal richtig genießen konnte.
Hatte er etwa Angst, etwas falsch zu machen oder schlimmstenfalls von mir zurückgewiesen zu werden.
„Entschuldigung!“, stammelte er eilig. „Ich habe die Kontrolle über mich verloren!“
„Aber wieso denn, mir hat es doch gefallen, dir etwa nicht?“
Ohne eine Antwort legte er sich mit dem Blick von mir abgewandt auf die Seite und stellte sich schlafend.
In mir machte sich eine große Enttäuschung breit. Zu schade, die erste Nacht als Vampir hätte noch so romantisch werden können.
Doch ich wollte auch nicht überstürzen. Jaromir bedeutete mir schon jetzt viel zu viel.

(An der Fortsetzung muss ich noch ein wenig arbeiten;)

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Re: The spirit of an old power

Beitrag  Emily am Do Sep 24, 2009 4:50 pm

Klasse geschrieben.
Ich bin gespannt, wie es aus Sam`s Sicht weiter geht.
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Emily
Poltergeist
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Re: The spirit of an old power

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