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Eternal Love

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Eternal Love

Beitrag  Awfully Toxic am Sa Sep 26, 2009 10:29 am

Titel: Eternal Love
Autor: Saphira
Teil der Serie: Irgendwann in ferner Zukunft
Incomplete (vorraussichtlich 2-Teiler)

Pairings: keine
Rating (FSK): 12
Genre: Alltag
Warning: -

Summery:
Dean und Sam treffen sich nach Jahren, in denen sie sich nicht mehr gesehen haben, aufeinander. Allerdings ist das Wiedersehen aus einem traurigem Grund.

Disclaimer:
Ich verdiene mit dieser Geschichte kein Geld und die Charactere (Dean;Sam) gehören mir auch nicht.

AN:
Ich bitte ausnahmsweise keine Smileys in den Kommentarschreiben zu verwenden, weil Smileys wie Laola-Wellen oder Party-Smileys nicht wirklich in die Stimmung passen.


---------------

Unaufhörlich schrillte das Telefon. Mit meinen alten, müden Knochen schleppte ich mich zum Telefon. Da ich keinen Anruf erwartete, war ich gespannt, wer am anderen Endung der Leitung mit mir reden wollte. Mit gemischten Gefühlen nahm ich mit leicht zittrigen Händen schließlich ab. Bestimmt nur eine Telefongesellschaft oder eine Umfrage, an denen ich von Prinzip her nicht teilnahm.
„Sam Winchester hier!“, antwortete ich mit meiner rauen Stimme.
„Hallo Herr Winchester. Hier ist Jana Johnson!“, begrüßte mich eine junge, weibliche Stimme am anderen Ende. Doch wer war diese Jana? Ich durchforstete mein Hirn um ihren Namen mit einem bekannten Gesicht in Verbindung zu bringen.
„Ich bin die Krankenpflegerin ihres Bruders!“, half sie meinem Gedächtnis auf die Sprünge.
„Was ist denn mit Dean?“, fragte ich verwundert. Irgendwie fühlte sich Deans Name, der meines Bruders, sich auf meiner Zunge seltsam an. Zu lange hatte ich ihn nicht mehr ausgesprochen, weil wir seit langem keinerlei Kontakt zu ihm gehabt hatten.
Wir hatten uns einfach immer weiter auseinander gelebt. Jetzt, wo ich seinen Namen nach langer Zeit wieder hörte, versetzte dieser mir einen undefinierbaren, stechenden Schmerz in meinem Herzen. Ich hatte ihn weder zu seinem Geburtstag angerufen, noch zu Weihnachten. Und er hatte mich auch in all der Zeit kein einziges Mal angerufen. Die Tatsache, jetzt wieder von ihm zu hören, versetzte mich in leichte Unruhe. Was war geschehen, dass das Schweigen so plötzlich gebrochen wurde?
„Dean verlangt nach Ihnen!“, unterbrach Jana mit ruhiger Stimme meine Gedanken.
Unbehagen löste sich in meinem Inneren aus. Ich wusste sofort, dass etwas schlimmes passiert sein musste.
„Sagen sie mir sofort, was mit Dean ist!“, forderte ich nervös.
„Heute Nachmittag hatte mich ihr Bruder zu sich gerufen. Er meinte, dass er schon seit Tagen das Gefühl hat, dass es für ihn bald Zeit wird zu gehen."
Jana setzte eine kleine Kunstpause, bevor sie außerst bedrückt, scheinbar kämpfte sie mit den Tränen, hinzufügte:
"Sam, ihr Bruder will Sie noch einmal sehen, um sich von Ihnen zu verabschieden!"
Dann schwieg sie, wahrscheinlich um mir die Möglichkeit zu geben, das Gehörte zu verarbeiten. In mir machte sich eine Art Bestürzen breit, ich wollte und konnte einfach nicht wahr haben, was die Krankenpflegerin mir gerade berichtet hatte.
Obwohl ich von Dean lange nichts mehr gehört hatte, hatte ich mit der Gewissheit gelebt, dass es ihm gut ging. Das er am Leben war. Aber woher ich diese Gewissheit nahm, konnte ich einfach nicht sagen. Ich freute mich insgeheim wie ein Kind, dass ich nach so langer Zeit endlich meinen Bruder wiedersehen würde, auch wenn der Anlass alles andere als ein erfreulicher war.
Ich hatte nicht gemerkt, wie sich eine kleine Träne den Weg über meine Wangen gebahnt hatte und nun auf den gefliesten Boden fiel. Ohne jegliches Geräusch. Still und leise. Wie die Beziehung zwischen mir und meinem Bruder in den letzen Jahren.


****
Kannst du dir vorstellen, dass wir jemals zu Ruhe kommen werden?
Oder dass die Sonne auch einmal für uns allein scheinen wird?
Jeder muss früher oder später einmal gehen,
egal ob Helden oder nicht.
****

Juliet, die Tochter meiner Nachbarin war so freundlich mich in die 250 km entfernte Stadt, in der mein Bruder wohnte, zu fahren.
Die meiste Zeit schwiegen wir. Juliet hörte gedämpft Radio und konzentrierte sich auf den immer dichter werdenden Verkehr. Und ich selbst dachte an die Zeit zurück, in der Dean und ich erst wieder so richtig Brüder geworden sind. Damals, als Jessica ermordet worden war, war Dean der einzige, der zu mir hielt, dem ich meine Sorgen anvertrauen konnte, und mich mit seinem witzigen Sprüchen des Öfteren an die Grenze zum Wahnsinn trieb. Die gemeinsame Zeit, die wir in Deans Wagen verbracht hatten, während wir durch das ganze Land getrampt sind, war mir ebenfalls noch gut in Erinnerung geblieben. Wie oft hatten wir wichtige Gespräche im Inneren des Impalas geführt. Das Auto war sozusagen unsere einzige Heimat geworden. Mit ihm sind wir von einem Job zum anderen gefahren, um Menschenleben zu retten. Wir haben im Inneren des Wagens gefuttert, gequatscht und selbst geschlafen. Auch wenn es alles andere als bequem war, auf der vollgemüllten Rückbank zu schlafen.
Und jetzt, Jahrzente später, strengte mich auch nur eine kurze Autofahrt ziemlich an. Ich war irgendwie ein wenig nervös. Die Landschaft, die Bäume, ja selbst die Autos auf der Gegenfahrbahn, brausten viel schnell an mir vorbei. Wie im Zeitraffer zogen die Bilder vor mir auf und verschwanden in sekundenschnelle wieder hinter mir und ein neues erschien. Ich versankt wieder in meinen Gedanken.
Niemals hatte Dean mit dem Kämpfen aufgehört. Weder damals als er selbst so schwer verletzt worden war, dass ich ihn zu einem Wunderheiler bringen musste noch als ich selbst gestorben war. Seine Seele hatte er für mich verkauft, weil er meinen Tod nicht akzeptieren konnte. Für mich. Mit was ich dieses Glück verdient hatte, wusste ich heute noch nicht genau. Selbst das Wort Liebe war nicht aussagekräftig genug.
„Wir sind da!“, riss mich Juliet aus meinen Gedanken, nachdem sie den Wagen in einer Einfahrt, die zu einem weißen Haus mit einer alten Kastanie davor, führte. Seltsamerweise erinnerte mich dieses Haus an das in Lawrence, in dem wir- meine Mum, mein Vater, Dean und ich, gewohnt hatten. Ob Dean das Haus deswegen gewählt hatte? Ich wusste es nicht. Ich stieg ein wenig schwerfällig aus dem Wagen, weil meine Beine während der Autofahrt eingeschlafen waren. Juliet kam herüber um mir zu helfen, aber ich stand wieder einigermaßen fest auf meinen Beinen. Eine fremde, blondhaarige Frau öffnete die Haustür. Dies musste Jana sein, kombinierte ich. Sie war noch sehr jung, 25 vielleicht, trug eine schwarz/weiß gestreifte Bluse und dazu verwaschene Jeans. Als ich ihr gegenüber stand, fiel mir eine kleine, goldene Kette in Form von Engelsflügeln an ihrem Hals auf. Sie war schlicht gehalten, aber doch einzigartig. „Kommt rein!“, lud sie uns nach innen, nachdem wir uns begrüßt hatten. „Oh, ich würde zwar gerne noch auf eine Tasse Tee bleiben, aber ich würde gern wieder daheim sein, bevor es dunkelt wird.“, entgegnete Juliet. Sie hatte besorgt gen Himmel geblickt, an dem die Sonne schon fast hinter dem Horizont verschwunden war. „Gute Heimfahrt- Dann machen wir zwei es und eben gemütlich!“, meinte Jana.

"Kann ich Dean sehen?", fragte ich, kaum das wir das Haus betreten hatten.
"Tut mir leid, antwortete Jana mitfühlend. "Ich weiß, dass sie ihren Bruder so schnell wie möglich sehen wollen, aber er war den ganzen Tag über so nervös und ist erst vor einer halben Stunde eingeschlafen."
"Kann ich wenigstens kurz zu ihm gehen?"
"Wenn sie wollen könne sie einen kurzen Blick ins Zimmer werfen, aber seien Sie bitte leise. Dean hat einen leichten Schlaf und wacht beim leistesten Geräusch auch schon auf."
Als ich versprach mucksmäuschenstill zu sein, führte sie mich durch einen Gang in den hinteren Teil des Hauses. Vor einer braunen Tüt blieb sie stehen und drückte leise die Türklinke runter. Hinter dieser Tür lag also mein Bruder. Wie er wohl aussah? Meine Hände schwitzen vor Aufregung, mein Herzschlag beschleunigte sich. Einen spaltweit öffnete Jana die Tür. Das Zimmer dahinter war sonnengelb angestrichen, und die Abendsonne viel durch das Fenster herein. Unter dem Fenster stand ein Bett, in dem Dean schlief. Viel konnte ich allerdings nicht sehen, denn die Bettdecke war bis zum Kinn hochgezogen, und Dean lag mit dem Rücken zu mir. Sein Anblick versetzte mir einen tiefen Stich direkt ins Herz. er sah sehr zerbrechlich aus. Verletzlich.
So weit ich das von hier erkennen konnte, hatte mein Bruder wie in alten Zeiten seine Haare sehr kurz geschnitten, doch die dunkelblonde Farbe hatte er gegen eine graue eingetauscht.
Dean musste im Unterbewusstsein unsere Anwesenheit wahr genommen haben, denn er wurde ein wenig unruhig.
"Lass uns gehen!", meinte Jana, die immer noch neben mir stand.
Ich nickte. Wenn Dean wieder wach war, hatten wir uns bestimmt eine Menge zu erzählen.

Obwohl ich hungrig war, und Jana eine leckere Himbeertorte mit einer dicken Portion Schlagsahne gebacken hatte, konnte ich die Torte einfach nicht richtig genießen. Eine innere Unruhe hatte mich schon seit dem Anruf heute Morgen gepackt und mich noch nicht wieder los gelassen. Sie war auch nicht verschwunden, als ich Dean schließlich wieder gesehen hatte. Wie abgescnürte fühlte sich meine Kehle an. Mühsam würgte ich einen weiteren Bissen runter. Ich konnte nicht mehr weiter essen... Einen schrcklichen Moment musste ich daran denken, dass mein Bruder vielleicht nicht mehr aufwachen würde. Du spinnst doch, dachte ich bei mir. Natürlich wird dein Bruder wieder aufwachen.
Auch Jana schien meine Aufgewühltheit bemerkt zu haben, auch wenn sie mich nicht direkt darauf ansprach. Der Kaffeekranz lief sehr schweigsam ab, ich hing vor allem meinen Gedanken um Dean nach. Jana ließ mich ganz in meinen Gedanken abtauchen, stumm starrte sie auf die gegenüberliegende, kalkweiße Wand.
Ich wusste nicht, wie lange ich an die gemeinsamen Erlebnisse mit Dean gedacht hatte, jedenfalls wurde ich wieder zurück in die Realität geholt, als Jana das wenige Geschirr abspülte. Ich hatte nichteinmal gemerkt, wie sie den Tisch abgeräumt hatte. "Ich geh schnell nach Dean schauen!", meinte sie und verließ das Zimmer. Bewegungslos verharrte ich auf meinem Platz in der kleinen, ordentlichen Küche und wartete bis sie zurückkam.
Und in der Tat, geschätzte zwei Minuten später betrat sie den Raum wieder.
„Ihr Bruder ist jetzt wach. Soll ich sie zu ihm bringen?“
Mein Bruder war wach. Wie gut sich doch diese wenigen Worte anfühlten. Er war wach. Und wartete auf mein Kommen. Ist es nicht schön, zu wissen, dass jemand, der dich liebt auf einen wartet?

(Fortsetzung folgt...)

Awfully Toxic
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Re: Eternal Love

Beitrag  Emily am Mo Sep 28, 2009 6:06 pm

Eine wunderschöne aber sehr traurige Geschichte.
Es ist nicht leicht, Gedankengänge in der Form um zu setzen.
Als Sam den Anruf bekam, daß sein Bruder Ihn nach all den Jahren nochmal sehen will.
Was ihm während der Fahrt zu Dean alles durch den Kopf geht, Erinnerungen, was sie alles durch gemacht haben...
Das hast Du sehr gefühlvoll geschrieben...

Ich hoffe, daß die Fortsetzung bald folgt.

Ich muß gestehen, daß mir einige Tränen abhanden gekommen sind.
Mach weiter so...
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Emily
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Re: Eternal Love

Beitrag  Awfully Toxic am So Okt 04, 2009 6:42 pm

Hier ist die Fortsetzung
---------

Jetzt trennte mich nur noch die Zimmertür von meinem Bruder. Mein Herzschlag beschleunigte sich, ich konnte förmlich spüren, wie mir das Adrenalin durch die Adern pulsierte. Meine Wangen glühten, meine Hände schwitzten. Ich fühlte mich irgendwie erbärmlich. So hilflos.
Wie als würde man inmitten von hungrigen Vampiren stehen und keinen Holzpflock in der Tasche haben. Wie mein Bruder wohl reagieren würde, wenn ich jetzt vor ihm stehe. Doch meine erste Frage: Wie begrüße ich Dean am besten. In meinem Hals bildete sich ein dicker Kloß wie als müsse man vor einem großen Publikum eine Rede halten. Ich konnte es einfach nicht länger hinauszögern, denn umso länger ich hier untätig vor der verschlossenen Tür stand, desto nervöser wurde ich. Mit schwitzigen Fingern drückte ich die Türklinke herunter und betrat schließlich das Zimmer.
Ich traute mich fast nicht Dean ins Gesicht zu blicken. Irgendwie schämte ich mich furchtbar, denn es war schließlich meine Schuld, dass wir so lange nicht mehr miteinander geredet haben.
Doch ich konnte hier nicht einfach wie ein begossener Pudel in der Tür stehen bleiben, deshalb hob ich meinen Kopf um meinen Bruder direkt anzusehen. Sofort vielen mir eine beachtliche Anzahl an Falten, die sich über Wangen und Stirn gezogen hatten auf. Augenblicklich hatte ich das Gesicht von Mick Jagger von den Rolling Stones vor meinem inneren Auge. Aber der verschmitze, fast jugendliche Gesichtsausdruck lag noch immer in Deans Augen.
„Schön, dass du gekommen bist“, begrüßte mich Dean sofort. Seine Stimme war genau wie meine um einige Töne tiefer und ein wenig rauer.

An Deans zuckenden Mundwinkeln konnte ich ablesen, dass er noch etwas hinzufügen wollte. Nicht nur ihm fiel die Begrüßung scheinbar sehr schwer, mir ging es nämlich auch nicht anders. Verübeln konnte ich ihm das nicht, denn was sagt man schließlich zu seinem Bruder, den man schon seit einer halben Ewigkeit nicht mehr gesehen hat? Gab es überhaupt die passende Begrüßung?

Sofort viel mir der Streit ein, den wir vor vielen Jahren hatten und der schließlich auch der Auslöser gewesen war, dass wir seit diesem Zeitpunkt nicht mehr miteinander redeten. Ich konnte mich nur zu gut daran erinnern, wie es überhaupt zu diesem Streit gekommen war. Wir waren auf der Jagd gewesen, ich hatte seit Tagen nicht mehr richtig durchgeschlafen. Mit meinen Nerven total am Ende war, nachdem wir endlich Luzifer besiegt hatten. Ich war total ausgepowert und gereizt. Dann hatte ich einen Anruf von einer ehemaligen Highschoolfreundin erhalten. Ihr Freund war in den Bergen von einem Wendigo angegriffen worden. Dean hatte mir vorgeschlagen, erst einmal einen Tag darüber zu schlafen, denn auch ihm war meine Abgeschlagenheit nicht verborgen geblieben. Aber ich hatte ihr unbedingt helfen wollen, deshalb schlich ich mich in einer Nacht- und- Nebelaktion aus der Hütte, in der wir übernachtethatten und machte mich auf eigene Faust auf die Suche nach ihm. Doch stattdessen lief ich dem Wendigo direkt in die Falle. Dass ich heute noch hier sitzen durfte, hatte ich einzig und allein Deanzu verdanken, denn er hatte mein Verschwinden irgendwie mitbekommen und hat den Wendigo mit einem Flammenwerfer vernichtet, bevor mich dieses Monster gefressen hätte. Noch an Ort und Stelle hatte er mich als einen Kindskopf, der immer seinen Willen durchsetzen musste, beschimpft. Daraufhin warf ich ihm an den Kopf, dass sein Kontrollwahnsinn schon epische Ausmaße angenommen hatte, schließlich sei ich alt genug um auf mich selbst aufzupassen.Dean blickte mich damals finster an und entgegnete: Ich hab deinen Arsch nicht vor Luzifer gerettet, weil du deiner krankhaften Suche nach Anerkennung nachkommen musst. Und ich Depp warf ihm noch an den Kopf, dass er ersteinmal seinen Testosteronspiegel runterfahren sollte, bevor er noch einmal in meinen Dunstkreis kommt. Daraufhin hat er ohne ein Wort des Abschieds vom Acker gemacht und ist in seinem Impala einfach weggefahren.

„Dean, es tut mir Leid, was ich damals zu dir gesagt habe, aber es war einfach so aus mir herausgerutscht…!“
„Sam, du brauchst dich dafür nicht zu entschuldigen. Du warst damals einfach sehr angespannt und wolltest unbedingt beweisen, dass du mir nicht immer am Rockzipfel wie ein kleines Kind kleben willst. Ich kann dich echt verstehen, denn ich hab dir oft genug gepredigt, dass du endlich einmal lernen sollst, Entscheidungen zu treffen.
Ich schwieg.
Doch in mir war eine Art Damm gebrochen. Die ganze Zeit hatten sich meine Schuldgefühle wegen diesem Streit dahinter angestaut. Und jetzt verzieh mir Dean das alles. Womit hatte ich das alles nur verdient? In einem Kitschroman würden an dieser Stelle jetzt die dicken Tränen kullern und die beiden Brüder würden sich glücklich in die Arme nehmen und alles war gut. Doch das eben nicht die Realität.

***
Lass uns noch ein wenig hier sitzen und über vergangene Zeiten zu reden.
Zu lange haben wir uns nicht mehr gesehen und jetzt ist es schon fast zu spät.
Denn niemand lebt ewig
Oder bleibt für immer jung.
****


Anfangs redeten wir nur über belanglose Dinge wie das Wetter. Jetzt wo die Barrikade zwischen uns gebrochen war, stellte sich auch schon bald die brüderliche Vertrautheit zwischen uns ein.
Dean erwähnte in keinem einzigen Satz, wie er auf die Idee gekommen war, dass er bald schon gehen müsse. Ich fragte auch nicht, sondern genoss einfach die gemeinsame Zeit, die ich hier und jetzt mit meinem Bruder verbringen durfte und war so glücklich wie seit langem nicht mehr. Doch irgendwann musste ich dieses schwierige Thema ansprechen.

„Ähm…Dean… Äh.. Wie soll ich… ähm… anfangen!“, ich stotterte schlimmer als jemals zu vor in meinem Leben. Diese verdammte Angst vor der Wahrheit, warum kam sie gerade jetzt, wo ich sie am wenigsten gebrauchen konnte? Richtig, weil ich gerade sozusagen durch meine persönliche Hölle hinkte.
„Sam, das Telefonat heute morgen zwischen dir und Jana muss dich total aufgewühlt haben. Erst bekommst du einen Anruf von deinem Bruder, dem du seit Jahren nichts mehr zu sagen hattest. Naja und dann…!“ ,an dieser Stelle brach er ab. Ich wunderte mich insgeheim, wie er das Thema so gefasst nehmen konnte. Schließlich war das kein gewöhnliches Familientreffen oder so etwas in der Art. Nahm Dean das Thema vielleicht deshalb so gelassen, weil er schon einmal sprichwörtlich durch die Hölle gegangen war. Deshalb wusstte er, dass es nichts schlimmeres gab, als an diesem Ort der Verdammnis sein Dasein zu fristen. Oder hatte er mit seinem Leben bereits vor langem schon abgeschlossen. Letzteres konnte ich mir allerdings nicht vorstellen, denn sonst würden seine Augen nicht so verschmitzt leuchten. Oder war das alles nur eine Fassade um mich nicht stärker zu beunruhigen, als ich eh schon war. Meine ganzen Spekulationen würden mich früher oder später noch in den Wahnsinn treiben. Dessen war ich mir äußerst sicher.
„Sam hast du schon einmal darüber nachgedacht, was nach dem Tod kommt. Ob dieses Licht am Ende des Tunnels wirklich existiert, von dem immer berichtet wird?“ Dean gab mir eine kurze Pause um über seine Frage nachzudenken. In der Tat, dass hatte ich eigentlich nicht. Aber wenn es Engel gab, wieso also nicht auch dieses Licht am Ende des Tunnels. Ob es dann auch wahr war, dass sein Leben wie in einem Film an einem vorüber zog?

„Heute Nacht hatte ich ein seltsames Erlebnis gehabt. Während ich schlief hab ich mich im Traum auf einer Wiese irgendwo im Nirgendwo befunden. Alles um mich herum war hell, und so warm. Von diesem Licht ging eine eigenartige Kraft aus, so etwas hab ich zuvor noch nie gespürt. Ich war einfach endlos glücklich. Warum weiß ich nicht, aber ich hab mich einfach restlos glücklich gefühlt, verstehst du? Auf einmal ist dein Gesicht zwischen den Strahlen aufgetaucht. Du hättest dich einmal sehen müssen, du warst Pechschwarz. Und dann bist du einfach in Flammen aufgegangen. Ich konnte nichts dagegen tun, du hast einfach Feuer gefangen. An dieser Stelle bin ich dann aufgewacht.“ Dean schwieg, bevor er fortfuhr schluckte er hörbar.
„Dann wurde mir bewusst, dass das nicht nur ein mieser Alptraum war, sondern pure Realität. Sammy, ich brauch dich nur anzusehen, um zu wissen, wie du dich fühlen musst. Innerlich bist du total von deinen Schuldgefühlen zerfressen. Diese Schuld ist wie eine Krankheit. Wenn man nichts dagegen tut, zerfrisst sie dich innerlich.
Ich zählte eins und eins zusammen:
„Du wolltest mir die Möglichkeit geben um mich bei dir zu entschuldigen, bevor du gehst“
Jetzt war es raus. Ich konnte den Stein förmlichvon meiner Seele fallen hören und mich von dieser Last befreite.
Dean nickte: So ist es. Ich kann nicht mit der Gewissheit gehen, dass du an dieser verdammten Schuld noch zerbrichst.“
An dieser Stelle meldeten sich meine lange nicht mehr gebrauchten Jägerinstinkte zu Wort. Wir hatten in unserem Leben so oft kämpfen müssen, oftmals hatten wir nur eine verschwindend geringe Hoffnung auf Sieg, aber dafür lohnte es sich zu kämpfen. Warum als nicht auch jetzt.
„Dean, warst du nicht immer der Optimist gewesen, der in jeder noch so ausweglosen Situation einen Ausweg gefunden hattest?“
„Ja, das war ich in der Tat. Aber die Zeiten ändern sich, Sammy. ich bin es langsam leid zu kämpfen. Mein Leben lang bin ich auf der Jagd gewesen, bin von einem Ort zum anderen zusammen mit dir gejagt um anderen Menschen zu helfen. Meinst du nicht auch, dass ich, dass wir, es uns nicht verdient haben in Ruhe sterben zu dürfen? Ich schwieg betroffen, aus diesem Blickwinkel hatte ich diese Sache noch nie betrachtet. Was wenn der Tod für Dean eine Art Erlösung war um seinen Frieden zu finden, der ihm so lange nicht gegönnt war?
Doch ich WOLLTE meinen Bruder einfach nicht gehen lassen. Ich KONNTE es einfach nicht, denn schließlich haben wir doch erst gerade wieder zueinander gefunden. Scheiß auf meinen verdammten Egoismus. Dass ich auch immer nur an dich denken konnte. Gönnte ich meinem Bruder denn keinen Frieden? Warum denkst du immer nur an dich. Warum ist das so, Sam Winchester?, schimpfte ich mich selbst.
„Ich bin vielleicht ein Egoist!“, murmelte ich so laut, dass mein Bruder es noch hören konnte.
„Und ich dachte, ich sei der Egoist von beiden!“ grinste Dean, der mich zwar fragend anblickte, weil er meinen letzten Satz nicht verstanden hatte, aber die Situation entspannen wollte. Ungewollt musste ich grinsen. Verdammt, und das in einer solche Lage. An dieser Stelle fing ich an zu begreifen, dass ich loslassen musste. So schwer unendlich schwer es mir auch fallen mochte. Ich hatte dies zu akzeptieren. Das war ich meinem Bruder irgendwie schuldig.

Plötzlich riss mich mein Bruder aus meinen Gedanken, mit einer Bitte, die mehr als seltsam war:

„Sammy… In der Kommode neben dir liegt eine Schachtel. Ich will, dass du dahin gehest, die oberste Schublade aufziehst, sie herausnimmst und anschließend öffnest!“ Ziemlich viel auf einmal für einen alten Mann wie mich, aber ich gehorchte wortlos. Ich stand schwerfällig auf, denn meine Beine waren eingeschlafen und kribbelten jetzt wie wahnsinnig.
Leise öffnete ich die oberste Schublade der im Landhausstil angefertigten Kommode. In ihr lag eine schlichte, kleine schwarze Schachtel- mehr nicht. Verwundert schob ich den Deckel zur Seite. Was wohl in ihr liegen mag. Komisch, irgendwie traute ich mich jetzt nicht, das Ding auch zu öffnen.
„Bitte… Bitte, öffne sie für mich!“
Mit zittrigen Fingern, an denen schon wieder der Schweiß klebte, kam ich schließlich seiner Bitte nach auch wenn mich eine unsichtbare Barriere davon abhalten wollte. Irgendetwas verriet mir, dass sich in ihr etwas von großer Wichtigkeit für meinen Bruder befinden mochte.

Nicht einmal in meinen kühnsten Träumen hätte ich mir tatsächlich ausmalen können, was sie enthielt:
Zwei Gegenstände, die ich nur zu gut kannte:
Das eine war die Kette mit dem menschlichen Kopf mit nach oben gerichteten, bullenartigen Hörnern, die ich ihm als wir noch Kinder waren zu Weihnachten geschenkt hatte. Seitdem hatte er jeden Tag, wenn nicht sogar, wenn er schlief, diese Kette getragen. Neben ihr lag ein abgenutzter Schlüssel. Ich wusste anhand seiner Form sofort, zu welchem Schloss dieser Schlüssel passte, nämlich in Deans 67’ Impala. Bestimmt hatte Dean den Wagen schon längst zu Schrott machen lassen.

Damals konnte ich nicht ahnen, dass der Impala tatsächlich noch lebte, er stand in einer Garage neben dem Haus. Er funkelte noch wie in seinen besten Jahren, allerdings war das gute Stück schon lange nicht mehr fahrtüchtig. Aber das sollte er auch nicht. Ein Erinnerungsstück. Insgeheim konnte ich mir überhaupt nicht vorstellen, dass Dean sich von diesem Wagen jemals trennen konnte. Für Dean war dieser Wagen praktisch wie ein Kind, ja er hatte ihm sogar einen Namen geben.: „Baby“

Ich konnte einfach nicht glauben, dass Dean mir diese Sachen so einfach schenken würde.
Doch ich blickte von der Schachtel auf, um mich bei meinem Bruder zu bedanken. Und in einem Atemzug zu sagen, dass ich diese Dinge niemals annehmen konnte.
Irgendetwas in Deans Miene machte mir eine Antwort aber unmöglich:
Eine Mischung aus Freunde und „DU-BRAUCHST-DICH-NICHT-ZU-BEDANKEN- Blick zeichnete sich in seinen Augen und Gesichtszügen wieder. Dann wand er plötzlich wieder seinen Kopf zu Decke und blickte starr nach oben. Instinktiv wusste ich, dass er soweit war für immer Abschied zu nehmen.
****
Ändern können wir an der Tatsache nichts, dass wir alt werden
Und einmal für immer gehen müssen.
Auch wenn wir bis dahin nicht alles machen konnten, was wir uns in unserem Leben wünschten.
Oder das unsere Träume niemals wahr werden durften.
****


Die Matratze gab leicht unter meinem Gewicht nach, als ich mich mit einem mulmigen Gefühl in der Magengegend neben meinen Bruder setzte. Ich legte meine Hände auf seine. Anfangs hätte ich meine Hand fast vor Schreck wieder zurückgezogen, denn seine faltige Hand war eiskalt. Oder lag es an meinen vor Nervosität heißen Fingern, dass seine Haut so kühl wirkte?
Dann begann ich sie schließlich zur Beruhigung zu streicheln. Dean zog sie nicht weg. Hätte ich das gemacht, als wir damals auf der Suche nach unserem Vater gewesen waren, hätte er mich sicher für bekloppt gehalten. Jetzt ließ er einfach mit sich geschehen. Vielleicht genoss er diese Berührung einfach nach Jahrzehnten, in denen wir uns nicht gesehen hatten.
„Sammy, ich danke dir, dass du jetzt bei mir bist…Ich liebe dich!“
Schließlich schloss Dean seine Augen.
Ein dicker Kloß bildete sich in meiner Kehle und schnürte meine Luftröhre gänzlich ab. Ich bekam kaum noch Luft. Es tat so unendlich, so unbeschreiblich weh. Ich wusste tief in mir, dass Dean seine Augen nie wieder öffnen würde. Doch Auf seinen Wagen zeichnete sich ein Lächeln ab, es sah aus, als ob er friedlich schliefe.
Eine Träne lief mir über die Wange, als ich mich zu meinem Bruder hinabbeugte um ihm einen Abschiedskuss auf die Stirn zu drücken.
Einzig allein dieses letzte Lächeln gab mir die Kraft weiterzuleben.

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Re: Eternal Love

Beitrag  Emily am Mo Okt 05, 2009 4:29 pm

Du hast die Geschichte echt gut geschrieben.
Es ist wie ich schon sagte nicht einfach, so etwas zu schreiben...
Wunderschön und gefühlvoll.

Und auch hier wieder ein paar Tränen...
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Re: Eternal Love

Beitrag  Awfully Toxic am Mo Okt 05, 2009 6:36 pm

Hier hast du ein Taschentuch.

Awfully Toxic
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Re: Eternal Love

Beitrag  Emily am Mo Okt 05, 2009 8:00 pm

Dankeschön. Jetzt geht es mir wieder besser...
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Re: Eternal Love

Beitrag  Emily am Mo Okt 05, 2009 8:00 pm

Dankeschön. Jetzt geht es mir wieder besser...
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Re: Eternal Love

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