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Another Day in Paradise

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Another Day in Paradise

Beitrag  Awfully Toxic am Mo Feb 22, 2010 11:18 pm

Titel: Another Day in Paradise
Autor: Nessaja
Teil der Serie: Staffel 3, aber keine Spoiler
3-Teiler

Pairings: keine
Rating (FSK): ab 6
Genre: Mystery, Humor

Summary: Sam wacht an einem sonderbaren Ort auf. Sein ganzes Zimmer ist pinkfarben und vor dem Fenster stehen Palmen, an denen Kokosnüsse wachsen. Doch der erste Schein trügt, dieser Ort ist für Sam mehr als ein Schlaraffenland. (Sams-Sicht)

Disclaimer: Die Rechte an den Charakteren der Serie gehören Kripke und The CW. Ich verdiene kein Geld mit dieser Geschichte.


---------


Eine Feder schwebte sanft durch das weit geöffnete Fenster herein und fiel direkt auf meine Nase. An dieser Stelle wachte ich auf, weil mich die feinen Härchen der Feder kitzelten. Als ich meine Augen aufschlug, musste ich stark blinzeln, weil das grelle Sonnenlicht mich blendete. Heute würde ein schöner Tag werden. Leise seufze ich und drehte mich au die andere Seite. Dieses Wasserbett war einfach unglaublich. Kein durchgelegener Lattenrost, keine Sprungfedern, die sich mir in den Rücken bohrten und keine abgenutzte Matratze, aus der die Füllung bereits rausschaute. Nur das Wasser, das unter meinem Gewicht nachgab.

Halt, Stopp! Wo war ich überhaupt? Ich konnte mich nicht daran erinnern, dass ich mich am Vorabend in ein Bett begeben hatte, das unter einem Fenster stand. Von einer Sekunde auf die andere war ich hellwach. Ich lag in einem rosafarbenen Bett, der Bezug sowie die Kissen waren ebenfalls pink. Wie kam ich um alles in der Welt in ein solches Bett? Hätte ich am Abend zuvor Alkohol getrunken, würde ich auf einen Filmriss tippen. Aber gestern hatte ich nur noch ein wenig in alten Büchern recherchiert, um eine Möglichkeit zu finden, meinen Bruder vor der Hölle zu retten. Wie kam ich also an einen solchen Ort und in ein solches Bett? Vielleicht würde ich mehr herausfinden, wenn ich erst einmal aus den Fendern gekrochen bin. Ich räkelte mich kurz, bevor ich einen Zeh unter der weichen Bettdecke hervorstreckte. Vor dem Bett, auf einem wunderbar weißen Lammfell, stand ein Paar plüschiger Pantoffeln, die die Form einer Katze hatten. Verwundert blickte ich mich nun genauer in meinem Zimmer um. Mein Zimmer bestand aus einem Meer aus Rosa. Die Tapeten, die Sessel, die in der Mitte des Raumes standen, einfach alles war rosa. An dieser Stelle hätte mein Bruder bestimmt gesagt: Das ist ein Paradies für Mädchen, wie du eins bist. Auch wenn diese Farbe nicht unbedingt meine Lieblingsfarbe war, konnte ich mich nicht darüber aufregen, dafür war dieser Morgen einfach zu schön.

Da ich meine eigenen Klamotten nicht fand, zog ich mir die rosarote Beachhose an, die auf dem unteren Teil der Bettdecke lag und auch perfekt passte. In meinem Zimmer herrschte ein karibisches Klima, sodass ich mich gegen das neongelbe Netzhemd, das unter der Hose lag, entschloss.
Ich erschrak, als ich meinen bleichen Oberkörper im Sonnenlicht sah. Ein Zeichen dafür, dass ich mich in den letzten Monaten viel zu selten in der Sonne aufgehalten hatte. Aber wen wundert diese Tatsache? Die letzten Jahre hatten Dean und ich schließlich keine Zeit für intensive Sonnebäder gehabt, schließlich waren wir im Impala durch die ganze USA getourt.

Neugierig blickte ich aus dem Fenster, das von, wie sollte aus auch anders sein, von hellrosa Gardinen gesäumt wurde. Die Sonne stand schon fast im Zenit, darauf konnte ich schließen, dass es schon fast Mittag war. Unter dem Fensterbrett, es befand ich im dritten Stock, stand eine Palme. Sogar Kokosnüsse hingen am Stamm. Hätte ich gerade Hunger gehabt, hätte ich mich nur aus dem Fenster lehnen müssen, und mir eine vom Baum holen brauchen.

Vor Neugier brennend, was mich noch alles erwarten würde, verließ ich das Zimmer. Gerade als ich den langen Korridor vor meinem Zimmer betrat, seilte sich ein rosa tennisballgroßes, plüschiges Wesen von der Decke ab. Jetzt sind sogar die Spinnen schon pink, dachte ich bei mir.
„Nicht erschrecken, ich bin keine Spinne!“, entgegnete mir das Wesen unverhofft.
Meine Kinnlade klappte buchstäblich runter, nie im Leben hätte ich damit gerechnet, dass dieses Ding sprechen konnte.
„Was bist du denn dann, wenn du keine Spinne bist?“, fragte ich verwundert.
„ Ich bin eine Aranae. Ist ne Untergruppe der Spinnentiere!“, fügte das Wesen stolz hinzu. Also doch eine Spinne.
„Die meisten Menschen mögen uns, weil wir so flauschig sind. Wie du selbst siehst, haben wir keine acht Beine und sind auch nicht so flink wie eine gewöhnliche Vogelspinne.“
Das gibt es doch nicht. So was hatte ich noch nie zu vor in meinem Leben gehört und ich war mir eigentlich ganz sicher, dass so ein Wesen gar nicht existierte.
„Kannst du mir vielleicht sagen, wo ich hier bin?“
Die Aranae gab ein glucksendes Geräusch von sich, bevor sie ihre Knopfaugen wieder auf mich richtete.
„Diese Frage stellst du besser deinem Bruder!“, kicherte das Wesen.
„Meinen Bruder?“, entgegnete ich verdattert, weil ich nicht geahnt hatte, dass Dean auch hier war.
„Du hast doch einen Bruder?“
„Ja natürlich hab ich einen Bruder!“
„Na dann, auf ,auf! Dean will mit dir frühstücken!“
„Mit mir frühstücken?“
„Junge, du bist vielleicht lustig. Stellst du eigentlich immer Gegenfragen?“
„Ähm, entschuldige. Wird nicht mehr vorkommen. Wo wartet Dean denn auf mich?“, wechselte ich das Thema.
„Im Swimmingpool!“
„Im Pool? Was macht er denn da?“
„Junge, du tust es schon wieder!“
„Sorry!“, wollte ich nuscheln, doch das Wesen hatte mich schon wieder unterbrochen.
„Die Jugend von heute würde sagen: Dean chillt im Pool!“
„Na dann sollten wir ihn nicht länger warten lassen!“, meinte ich.
Ich nahm das Tier auf die Schulter, damit es mich von dort aus sicher durch das Haus dirigieren konnte. Ich staunte nicht schlecht, als ich durch den Perlenvorhang, nein, es war ein Vorhang aus roten, köstlich duftenden Bonbons, nach draußen trat.
--------

(Fortsetzung folgt)

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Re: Another Day in Paradise

Beitrag  Emily am Di Feb 23, 2010 7:29 pm

Die Story ist einfach super amüsant und sehr fantasievoll.
Ich kann es mir einfach nicht vorstellen, dass die Brüder sich so wohlfühlen...
Sie ist super geschrieben und man kann viel lachen.
Bitte nicht böse sein, aber ich habe lol
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Re: Another Day in Paradise

Beitrag  Awfully Toxic am Di Feb 23, 2010 10:38 pm

@Emily: Nicht umsonst steht in der Kopfzeile: Humor drinnen;)

------


Ein Pool, so groß wie drei Becken in herkömmlichen Schwimmbädern mit weißem Sandstrand statt einem gekacheltem Beckenrand, empfing mich. In der Mitte des Beckens trieb eine schwimmende Insel, auf der ein schon wieder pinkfarbener Sonnenschirm mit zwei Liegestühlen stand.
Der Sand war herrlich warm und kribbelte angenehm unter meinen Füßen, als ich zum Becken hinüberging.
Von diesem Anblick war ich so gefesselt, dass ich fast nicht meinen Bruder, der selenruhig auf einer Luftmatratze treibend seine gekühlte Limonade trank, bemerkt hätte.
Er trug eine dunkle Sonnebrille und hatte ebenfalls nur ein paar rosafarbener Beachhosen an.
Dean hatte mich noch nicht gesehen, denn er schnipste ein Mal mit seinen Fingern und sagte: „Ich glaub, der Sonnenschutz müsste mal wieder erneuert werden.“ Dann drehte er sich auf den Rücken, der im Sonnenlicht bereits extrem stark glänzte. Anscheinend lag Dean schon länger am Pool herum. Ich konnte meinen Augen nicht mehr trauen, als die Tube Sonnencreme wie von Geisterhand durch die Luft schwebte, sich selbstständig öffnete und sich gleichmäßig auf dem Rücken meines Bruders verteilte. An diesem Ort schien so einiges anders zu sein, als ich es gewohnt war. Anfangs wirkte es zwar ein wenig befremdlich, doch das sollte nicht heißen, dass es mir nicht gefallen hätte.
„Ach hallo Sammy, schön dich auch mal wieder zu sehen. Komm doch rein, das Wetter ist so herrlich!“, forderte mich mein Bruder auf, der mich inzwischen bemerkt hatte.
Überrumpelt stotterte ich:
„Ähm, Dean. Wo sind wir hier eigentlich? Und wie hast du das eben mit dem Schnipsen gemacht?“
„Das du immer so viele Fragen stellen musst. Genieße es doch einfach. Wir haben uns doch auch mal Urlaub verdient!“
In der Tat, dass hatten wir. Ich hatte schon aufgehört, die Stunden zu zählen, die wir mit Auto fahren und Recherchen verbracht hatten. Die ganze Zeit hatten wir uns immer um das Wohlergehen Anderer gesorgt, jetzt war es an der Zeit, dass wir uns auch mal wieder ein wenig um uns kümmerten.
„Ich komm gerne zu dir, wenn du mir die Luftmatratze herüberschiebst!“
„Ich lieg gerade so gut, die musst du dir schon selbst holen!“
Ich verdrehte meine Augen, bequem war mein Bruder ja noch nie gewesen.
Mit einem Hechtsprung sprang ich möglichst nah bei Dean in das Becken, damit er auf seiner Matte wenigstens ein wenignass wurde. Dummerweise hatte ich vergessen, meinen Mund zu schließen, sodass ich beim Eintauchen Wasser schluckte. Erst jetzt merkte ich, dass dieses Wasser kein ekelhaftes Chlorwasser war, nach dem man noch Stunden später stank, sondern…Wasser mit Schokoladengeschmack. Plötzlich streifte etwas meine linke Wade. Was war das? Das Wasser war so klar, dass ich das Objekt problemlos erkennen konnte, als ich mich umdrehte:
Es war ein chipsgroßes, rotes Gummibärchen, das die Form eines Fisches hatte. Mehr als verwundert tauchte ich auf, weil mir die Luft ausgegangen war.
„Du siehst aus, als hättest du mit Snack Freundschaft gemacht!“, kicherte Dean.
„Wer oder was ist Snack?“
„Ein Snack ist ein chipsgroßes, fischförmiges Gummibärchen. Und wie der Name schon sagt, kann man ihn essen!“, erklärte Dean.
Demonstrativ streckte mein Bruder seine Hand ins Wasser und als er sie wieder herauszog, zappelte ein Snack in seiner Hand. Dann öffnete er seinen Mund und ließ den Fisch in seinem Rachen verschwinden. Genüsslich kaute er und nachdem er heruntergeschluckt hatte, leckte er sich mit der Zunge die Lippen ab. „Ist doch nur Süßkram!“, meinte Dean, als er meinen entsetzten Gesichtsausdruck sah.
Jetzt konnte ich mich auch nicht mehr länger zügeln, ich fischte mir ebenfalls einen Snack. Und in der Tat, das Ding schmeckte köstlich. Eine Mischung aus Erdbeervanille und Joghurt.
Sofort musste ich mir noch einen holen. Dean grinste vergnüglich, sagte aber nichts und schlürfte an seiner Limonade weiter.
Ich streckte meine Beine in das warme Wasser und ließ meine Seele baumeln. Die Entspannung setzte augenblicklich ein. Noch nie zuvor in meinem Leben hatte ich mich derartig erholt gefühlt. Ehe ich mich versah, war ich auch schon auf der Matratze eingeschlafen.

Unsanft wurde ich auch schon wieder aufgeweckt, als mich etwas ziemlich Hartes am Kopf traf. Fast wäre ich von der Luftmatratze gekippt, weil mir temporär entfallen war, dass ich noch immer im Swimmingpool lag.
Neben mir trieb eine Kokosnuss im Wasser. Hundertprozentig war mir die gerade an den Kopf geworfen, Deans Grinsen bestätigte mir diese Vorahnung noch.
„Gut geschlafen, Dornröschen?“, neckte mich mein Bruder.
„Ähm…ja!“
„Man sieht es bis hierher“
Was meinte Dean damit. Fragend blickte ich ihn an. Mit einem fiesen Grinsen strich er sich über das Kinn. Ich tat ihm gleich, und wusste auch sofort, was Dean mit dieser Geste mir versucht hatte zu sagen.
Ich hatte im Schlaf mal wieder gesabbert. Verlegen wischte ich mir mit dem Handrücken den Speichel weg.

„Zeit fürs Mittagessen!“, meinte Dean, während er sich mit der Hand über seinen Bauch fuhr.
„Wie spät ist es denn?“
„Was weiß denn ich, hier gibt es nun mal keine Uhren. Und keine Uhren bedeuten kein Stress. Ist das nicht herrlich?“
Da dies eine rhetorische Frage war, erwartete er keine Antwort.
„Was willst du denn Essen? Ich für meinen Teil wünsche mir einen extra dicken Cheesburger und ne gekühlte Cola Zero!“
Dann schnipste er mit den Fingern. Aus einem geöffneten Fenster des Hauses flog seine Bestellung zum Pool herüber. Auch wenn ich mittlerweile wissen sollte, dass hier keine physikalischen Gesetze zu herrschen schienen, wunderte ich mich immer noch ein wenig.
„So, jetzt bist du dran. Sprich deinen Wunsch laut aus und schnips ein Mal mit den Fingern.
„Ähm, dann nehme ich ein Schnitzel mit Pommes und Gemüse!“
Doch noch bevor ich meine Bestellung bestätigte konnte, unterbrach mich mein Bruder:
„Das mit dem Gemüse ist jetzt nicht sein Ernst!“, meinte dieser vorwurfsvoll.
„Warum sollte es nicht mein Ernst sein?“
„Das ist doch total gesund. Wer ist denn so was freiwillig? Wünsch dir lieber noch Ketchup hinzu!“
„Also gut, dann wünsche ich mir ein Schnitzel mit Pommes und Ketchup!“ Ich schnipste ebenfalls mit den Fingern und keine halbe Minute später hielt ich einen pinken Teller mit Wolken in meiner Hand. Mit einem kritischen Blick musterte ich mein Mittagessen, denn ein entscheidendes Utensil lag nicht auf meinem Teller: Das Besteck fehlte!

„Dean, muss man sich das Besteck selbst holen?“
„Hä?“, schmatzte Dean mit vollem Mund.
„Ähm, Messer und Gabel fehlen!“
„Na und, für was braucht man denn das?“, meinte Dean gelangweilt.
„Zum Essen!“
„Ohne Besteck geht es doch viel einfacher und danach muss man auch keinen Abwasch machen!“
Mit den bloßen Fingern griff er nach einer Pommes, die auf meinem Teller lag und hielt sie mir vor die Nase.
Was hat Dean denn jetzt vor?, dachte ich bei mir.
„Mach den Mund auf, sonst ist die Fritte beleidigt.“
„Echt jetzt?“
„Natürlich nicht, oder hast du schon jemals von einer eingeschnappten Fritte gehört. Aber wer nicht will, der hat gehabt!“
Genüsslich ließ mein Bruder sich die Pommes in den Mund gleiten und kaute mit einer Hingabe, die man selten zu sehen bekommt.

Nachdem wir unser Mittagessen bis auf den letzten Bissen verzehrt hatten, lehnte sich Dean träge zurück. „Und jetzt ist es Zeit für eine anständige Pediküre, was sagst du dazu?“
Dazu konnte ich nichts sagen, weil der Ausblick auf eine Pediküre ein wenig befremdlich war. Dieses Mal schnipste Dean ohne seinen Wunsch auszusprechen mit den Fingern und zwei Mp3-Player und die Utensilien für eine Fußpflege kamen aus dem Haus geschwebt.
Dean griff nach einem Mp3-Player, ebenfalls in Pink und einem Kaninchen drauf, und steckte sich die Ohrstöpsel in die Ohren. Zufrieden seufzte er auf und begann eine undefinierbare Melodie mitzusummen. Ich tat es meinem Bruder gleich und steckte mir die Stöpsel ein. Gerade lief „Upside Down“, ein Gute-Laune-Song, zu dem ich auf Anhieb mitsingen konnte. Die Pediküre war gar nicht so unangenehm wie ich vermutet hatte. Wie von Geisterhand flogen Feile und Nagelschere um meine Füße herum und taten ihre Arbeit. Ein wenig kitzelte es, mehr aber nicht.
Den restlichen Nachmittag verbrachten wir in schlafender Weise im Pool. Gegen Abend schwammen wir ein wenig durch den Pool oder drückten uns gegenseitig unter Wasser. Als die Sonne langsam hinter dem Horizont verschwand, merkte ich erst, wie schnell die Zeit doch vergangen war. Ich genoss noch ein letztes Mal für diesen Tag die warmen Sonnenstrahlen auf meiner Haut, bevor sie schließlich, nachdem sie den ganzen Himmel in ein rotes Meer getaucht hatte, versank.
-------

TBC

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Re: Another Day in Paradise

Beitrag  Denkprothese am Mi Feb 24, 2010 9:49 am

Wie bereits erwähnt...ich finde diese Story einfach köstlich...endlich mal etwas anderes :-)
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Re: Another Day in Paradise

Beitrag  Emily am Mi Feb 24, 2010 12:58 pm

Einfach nur grandios...
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Re: Another Day in Paradise

Beitrag  Awfully Toxic am Mi Feb 24, 2010 4:53 pm

Vielen Dank für die Kommentare.
@Denkprothese: Was meinst du mit "endlich mal etwas anderes"?

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Wir saßen noch ein wenig zusammen und quatschten über belanglose Dinge, tranken Limo und knabberten Chips bis die ersten Sterne aufgegangen waren. Noch nie zuvor hatte ich mich so glücklich gefühlt. Für einen Tag einfach mal die Seele baumeln zu lassen und in den Tag hineinzuleben, ohne Verpflichtungen und ohne Arbeit, fühlte sich einfach unbeschreiblich gut an.
Leider wurde es auch schon ziemlich bald kühl. Meine Härchen stellten sich auf den unbedeckten Armen auf und bildeten eine Gänsehaut.

„Ich bin müde. Ich geh jetzt ins Bett!“, sagte ich zu Dean, der gerade ein Traube verputzt hatte.
„Du hast doch heute noch gar nichts gemacht, wie kannst du da müde sein?“, konterte mein Bruder verwundert.
„Oh Dean, wusstest du denn nicht, dass man auch vom Faulenzen müde werden kann?“
Nun musste auch mein älterer Bruder herzhaft gähnen. Er versuchte es zwar zu unterdrücken, doch mehr als eine schiefe Grimasse kam nicht dabei heraus.
„Gut, dann lass uns schlafen gehen. Aber zuvor hab ich noch eine Überraschung für dich. Dean stand auf, half mir ebenfalls beim Aufstehen, weil meine Beine eingeschlafen waren, dann führte er mich ins Haus. Neben der Treppe, die in die oberen Etagen führte, befand sich eine verschlossene Tür. Dean schnipste erneut und die Tür schwang mit einem leisen Quietschen auf. Ich glaubte, gleich ersticken zu müssen, denn so heiße Luft wie in einer Sauna schlug mir entgegen.
„Dean, ist das hier die Waschküche?“
„Wart’s ab!“, antwortete dieser mit einem schelmischen Blick. Nachdem sich der Nebel einigermaßen verzogen hatte, konnte ich erkennen, wo wir uns befanden.

In der Mitte des Raumes standen zwei längliche Steine, die ein wenig gewellt waren, sodass sich ein Mensch problemlos hätte drauflegen können. Im Hintergrund lief leise Entspannungsmusik, ein kleiner Brunnen plätscherte leise vor sich hin und es duftete herrlich nach Jasmin so wie nach anderen ätherischen Ölen.
Dean hatte mich in einen Massageraum geführt, kombinierte ich.
Mein Bruder forderte mich auf, auf einem der Steine Platz zu nehmen. Nur zu gerne kam ich dieser Aufforderung nach. Dean hatte sich bereits auf der Steinliege neben meiner breit gemacht und machte einen zutiefst zufriedenen Eindruck. Fehlt nur noch, dass er wie ein verwöhntes Kätzchen anfängt zu schnurren.
Ich schloss nun ebenfalls meine Augen, um mich besser entspannten zu können. Ein angenehmer Schauer jagte mir über den Rücken, als sich das kühle Lavendelöl und der Honig auf meinem Rücken, wie sollte es auch anders sein, von selbst verteilten. Den Rest der Massage bekam ich nur noch im Trancezustand mit. Ich fühlte mich zutiefst entspannt. Ich konnte förmlich spüren, wie sich die einzelnen Verspannungen, die ich mir durch ständiges Liegen in schlechten Betten, im Nackenbereich zugefügt hatte, lockerten. Viel zu schnell war die Massage auch schon vorbei. Zu gerne wäre ich einfach liegen geblieben, doch am nächsten Tag würde ich mich schon jetzt kaum noch bewegen können, weil mir jede Körperfaser einzeln wehtun würde.

In dieser Nach schlief ich so gut, wie seit langem nicht mehr. Weder schreckte ich mitten im Schlaf hoch, weil ich ein Geräusch gehört hatte, noch wurde ich von Alpträumen geplagt.

Am nächsten Morgen wurde ich wieder von den Sonnenstrahlen geweckt, die mein Gesicht wärmten. Kein Wecker oder Handy hatte mich aus dem Schlaf gerissen. Ich konnte mich schon gar nicht mehr daran erinnern, dass ich in den letzten paar Jahren jemals ausgeschlafen hatte. Wir verbrachten diesen Tag af die gleiche Weise wie den gestrigen. Ich war rundum glücklich und in guter Laune. Dieser Tag war einfach perfekt. Kein einziger, trübseliger Gedanke nistete sich in meinem Kopf ein.

Am dritten Morgen, fühlte ich mich aber nicht mehr so gut, wie die Tage zuvor. Ich wurde von so starken Bauchschmerzen, wie ich sie seit langem nicht mehr gehabt hatte, geplagt. Wundern tat mich dieser Umstand nicht unbedingt, schließlich bestand ein Hauptteil meiner Ernährung, die ich seit meiner Ankunft hier zu mir genommen hatte, aus Süßigkeiten und Fast Food. Zunächst einmal beschloss ich den Tag im Bett zu verbringen, denn die Aussicht auf einen weiteren Tag Müßiggang lockte mich im Augenblick kein bisschen. Während ich untätig im Bett lag und die rosa Zimmerdecke betrachtete, machte ich mir über viele Dinge, die ich in den letzten Tagen erlebt hatte, meine Gedanken. Je länger ich darüber nachdachte, desto fester war ich davon überzeugt, dass ich hier nicht aus reinem Vergnügen war. Im Moment konnte ich mir allerdings noch keinen Reim darauf machen, denn warum wollte man mich unbedingt an einem Pool und in einer knallpinken Bude auf die Probe stellen? Und wie würde meine Zukunft aussehen, wenn ich noch weiter hier bleiben würde. Für immer konnte ich schließlich nicht faulenzen und ohne Sinn und Zweck in den Tag hineinleben. Es war zwar angenehm hin und wieder die Seele baumeln zu lassen, aber das sollte kein Dauerzustand werden. Immerhin warteten noch so viele übernatürliche Geschöpfe auf uns, und auch Menschen, die auf unser Können angewiesen waren, deren Überleben oftmals von unserem Können abhing.

Dieses schlechte Gewissen, dass andere in der Zeit starben, in der ich faul am Pool herumlag und meine gekühlte Cole trank, würde mich von nun an jeden Tag begleiten würden, sodass ich den ganzen ort mit all seinen Facetten nicht länger mehr genießen konnte. Ich sehnte mich nach meinem alten Leben zurück. Auch wenn dieses alles andere als ein Zuckerschlecken war, sondern ein knochenschwerer Job. Über diesen Gedanken schlief ich gegen Mittag schließlich ein und wachte auch erst wieder am späten Nachmittag auf. Zum Glück hatten die Bauchschmerzen nachgelassen, sodass ich mich schwerfällig aus dem Bett quälen konnte. So weich das Bett auch anfangs erscheinen mochte, es war die pure Folter,denn mein Rücken schmerzte entsetzlich.
Ich musste sofort mit meinem Bruder sprechen, damit wir gemeinsam von hier verschwinden konnten. Noch wusste ich nicht, wie dies eigentlich gehen sollte, aber uns würde bestimmt etwas einfallen. Nachdem ich mich angezogen hatte, lief ich die Treppen hinab zum Pool, an dem Dean wie jeden Tag lag.

„Dean, wir müssen sofort weg von hier!“ Überrumpelt drehte sich mein Bruder auf seiner Luftmatratze um.
„Wir können nicht noch länger hier am Pool herumliegen, während andere sterben, die wir hätten retten können!“
„Sammy, wir können nicht jeden retten. Das weißt du doch! Kannst du das denn immer noch nicht akzeptieren?“, brummte mein Bruder, der schon die Anstalten machte, sich wieder auf den Bauch zu legen und sich weiter treiben zu lassen.
„Ich weiß, aber wir sollten wenigstens versuchen, so viele wie möglich zu retten!“ Mein Bruder zeigte noch immer keine Reaktion. „Dean, das um dich herum ist alles nicht real. Seit wann gibt es bitte fliegendes und schwimmendes Essen sowie rosa Spinnen? Wenn man nicht aufpasst, kann man sich in diesem Dasein ziemlich schnell verlieren. Ich weiß nicht warum wir hier sind, aber ich hab das Gefühl, dass dies ein Test für uns ist, den wir bestehen müssen.“
Noch immer blickte mich mein Bruder schweigend an, bevor er schließlich antwortete:
„Sammy, du hast recht. Das ist alles eine Prüfung, und wenn du kurz nachdenkst, wirst du auch wissen, was ich dir zeigen wollte!“ Was meinte Dean damit? Fragend schaute ich ihm direkt in die Augen.

Er lächelte kurz und verwandelte sich in eine Person, die ich nur zu gut kannte. Schon zwei Mal war ich ihr begegnet und bei unserer zweiten Zusammenkunft hatte er mich einer Prüfung unterzogen, an der ich fast gescheitert werde. Es war kein anderer als der Trickser. Insgeheim war ich ein wenig überrascht, diesen auf eine solche Weise wieder zu treffen, aber theoretisch hätte ich mir dies auch zusammenreimen können. Denn niemand mochte Süßigkeiten und Komfort mehr als ein Trickser.

„Gefällt dir meine Welt denn gar nicht?“, fragte er mich mit einem traurigen Unterton.
„Doch schon, aber ein solches Leben ist nichts für mich. Ich schätze, dass du auch der einzige bist, der mich wieder zurückbringen kann.“
„Wenn du deine Lektion wirklich gelernt hast, werde ich dich jederzeit wieder zurückbringen!“
Wie Schuppen fiel es mir von den Augen, aus was meine Lektion bestand. Schließlich hatte ich die letzten zwei Wochen ziemlich verbissen daran gearbeitet, wie man am besten einen Seelenparasiten wieder loswurde. Von morgens früh bis abends spät hatten mein Bruder ich in alten Büchern gestöbert, in der Hoffnung eine Lösung für unser Problem zu finden. Eines Abends war Dean schließlich über all den dicken Wälzern der Kragen geplatzt. Er hatte sich in den Impala gesetzt, ist in die nächste Bar gefahren und hatte dort gefeiert, als gäbe es keinen Morgen. Ich hingegen hatte noch die halbe Nacht mit meinen Recherchen verbracht, bis ich dann gegen sechs Uhr morgens total erschöpft ins Bett gefallen war, nur damit ich zwei Stunden später wieder aufstehen konnte, um weiter zu suchen.

„Ich hab meine Lektion gelernt! Ich weiß jetzt, dass ich mein Leben durchaus auch genießen kann, auch wenn der Job mir einiges abverlangt und wir fast täglich unser Leben aufs Spiel setzen!“, bestätigte ich.
„Gut gemacht Sam. Ich bin stolz auf dich. Komm mit, es sei denn, du willst noch ein wenig bleiben!“, forderte er mich auf. "Bring mich bitte wieder zurück!"

Er führte mich vor das Haus, vor dem auch die Palmen standen, die ich am ersten Tag von meinem Fenster aus gesehen hatte. Der Trickser schnipste ein mit den Fingern und ein mit Sahnehäubchen verzierter Brunnen erhob sich aus dem Boden. „Überleg dir deine Entscheidung noch einmal gut, denn du kannst nur einmal in den Brunnen springen. Wenn du scheiterst, wirst du für immer hier gefangen sein…und zwar alleine!“
Doch ich musste keine weitere Minute darüber nachdenken. Ich hatte meine Wahl getroffen: Mein altes Leben für ein Leben, das einem im Schlaraffenland gleich kam. Kein einziges Mal zweifelte ich an meiner Wahl, als ich auf den Rand des Brunnens stieg. Mit einem Zwinkern muntere mich der Trickser auf, endlich zu springen.
„Danke für die zwei schönen Tage!“, verabschiedete ich mich.
„Gern geschehen, Sam. Und vergiss nicht, wenn du wieder daheim bist: Ein Tag Erholung hast auch du dir verdient!“
Ich grinste. Dann holte ich kurz Luft, zählte in Gedanken auf drei… und sprang.

Als ich von dem leisen Schnarchen meines Bruders aufgeweckt wurde, wusste ich, dass ich wieder zu Hause war. Durch die heruntergezogenen Rollos fiel ein schwacher Sonnenstrahl hindurch. Es musste bereits Mittag sein. Ein Blick auf meinen Radiowecker bestätigte mir, dass es kurz nach ein Uhr war. Aber dies war mir im Moment egal. Seufzend drehte ich mich auf die andere Seite und schlief rundum glücklich ein. Schließlich konnte auch ich mir ab und zu einen freien Tag gönnen, ohne ein schlechtes Gewissen haben zu müssen.

(Ende)

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Re: Another Day in Paradise

Beitrag  Denkprothese am Do Feb 25, 2010 9:12 am

Nessaja schrieb:Vielen Dank für die Kommentare.
@Denkprothese: Was meinst du mit "endlich mal etwas anderes"?


Na was könnte ich wohl damit meinen? Ich denke nicht, dass wir bisher eine Story hatten, in der sich die Brüder quasi im Schlaraffenland befanden, oder?
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Re: Another Day in Paradise

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